Justine ist als einziges Kind der Landadelsfamilie Renarde, in Toussaint, geboren worden. Ursprünglich befanden sich die Ländereien in der Umgebung von Fuchstal. Daher auch der Name Renarde. Justines Vater Jean ist aber bei der Herzoginmutter in Ungnade gefallen. Auf einem Ball am Hofe der damaligen Herzogin hatte er ein wenig zu viel des guten Toussainter Weins getrunken (sofern dies möglich ist). Beim Tanzen ist er der Herzogin leider auf die Schleppe getreten und verursachte so, dass sie sich vertanzte. Ein Fauxpas, der nicht zu verzeihen ist. Zu dem Zeitpunkt war Justine 7 Jahre alt. Der Vater wurde dann zu einer Haftstrafe und Zwangsarbeit verurteilt, was zur Folge hatte, dass der Landsitz und die Ländereien in die Verwaltung des Herzogtums übergingen. Justine und ihre Mutter Isabelle waren gezwungen sich Unterkunft in Beauclaire zu suchen. Gnadenvoller Weise wurde ihnen ein Teil des Vermögens gelassen. Trotzdem war der Name Renarde ab diesem Zeitpunkt negativ belegt.

So lebten die beiden zusammen in einem annehmbaren Haus in Beauclaire – abseits der adligen Gesellschaft. Zu gesellschaftlichen Veranstaltungen wurden sie in der Regel nie eingeladen. Dieser Zustand ging Isabelle sehr nahe, gerade mit dem Hintergrund, dass ihre Tochter nie das Leben führen würde, das sie geführt hatte. Und so kam ihr die Idee, ihre Tochter in die Knappschaft einer ehrenvollen Adelsfamilie zu geben, um ihr so die Rehabilitierung des Namens Renarde zu ermöglichen.

Ihre Wahl fiel dabei auf die berühmte Familie du Lac, deren Referenzen im Herzogtum legendär waren. Mit einem Brief bat Isabelle darum, ihre Tochter Justine in die Ausbildung zur Chevalière aufzunehmen. Viel Hoffnung, dass die Familie dies tatsächlich akzeptieren würde, hatte sie zu diesem Zeitpunkt nicht, aber irgendwo musste sie anfangen. Zu ihrer großen Überraschung willigte Ramon du Lac, der damals eingesetzte Graf, ein, ihre Tochter dem gerade frisch zum Chevalié geschlagenen Bruder Aramis zur Seite zu stellen. Trotzdem war sie sich unsicher, ob die Entscheidung gefallen war, um Aramis zu ärgern oder um Justine wirklich die Chance zu geben, den Namen Renarde wieder in ein gutes Licht zu rücken.

Justine war unglaublich dankbar dafür, dass sie unter den Fittichen der du Lacs die Ausbildung zur Chevalière antreten konnte und gab stets ihr Bestes. Schnell entwickelte sich eine Freundschaft zwischen ihr und Aramis. Sie begleitete ihn zu großen Turnieren und bekam dort die Möglichkeit, sich von ihrer besten Seite zu zeigen. Leider bewirkte der Name Renarde weiterhin, dass die großen Adelshäuser ihre Nasen über die Knappin rümpften. Aramis ermutigte sie aber immer wieder, die Hoffnung nicht zu verlieren und sich durch heldenhafte Taten zu beweisen.

So kam es, dass auf einer Expedition in die Nordlande der Tross des Chevaliés von Banditen überfallen wurde. Den Banditen gelang es, den Chevalié zu überwältigen und den Tross in die Flucht zu schlagen. Justine war auf dem Weg zurückgefallen, da sie einer älteren Dame geholfen hatte, einen Karren aus dem Matsch zu ziehen. Als sie aufschließen wollte, wurde sie durch den Kampflärm alarmiert und spornte ihr Pferd an. Als begnadete Reiterin schaffte sie es rechtzeitig am Tatort einzutreffen und einem der Banditen, der Aramis am Boden hielten, im vollen Galopp mit einem gezielten Hieb den Kopf abzuschlagen. Das gab Aramis die Chance, den anderen abzuschütteln und gemeinsam besiegten sie den Rest der Bande. Später stellte sich heraus, dass die Bande die umliegenden Dörfer schon seit Monaten terrorisierte und die Bewohner den beiden unendlich dankbar waren.

So vergingen einige Jahre und schließlich wurde auch Justine die Ehre zuteil, zur Chevalière geschlagen zu werden. Damit war auch klar, dass sie von nun an eigene Wege gehen musste. Erfahrung sammeln und gute Taten vollbringen. Sie verließ die du Lacs und zog als fahrende Chevalière durch die Lande. Jüngst erreichte sie die Nachricht, dass Aramis Bruder durch unglückliche Umstände der Titel des Grafen aberkannt wurde und gleichzeitig auch sein Leben verlor als Opfer des Biestes von Beauclaire. Durch die Gnade der Herzogin wurde es Aramis ermöglicht, den guten Namen du Lac durch die Bewältigung von 9×9 Heldentaten wiederherzustellen. Um ihren Schwertvater zu unterstützen und weiter an der Rehabilitierung des Namens Renarde zu arbeiten beschloss Justine Aramis bei der ein oder anderen Heldentat im Namen der Dame vom See zur Seite zu stehen.