Temerische Hochzeitsringe 2

Kjell leise: „Gute Nacht!“

Lautes Scheppern und Rascheln, wiehernde Pferde, Rufe und Befehle, ganz normales Treiben, wenn ein Nachtlager abgebrochen wird.

Eine bekannte, genervte Stimme brüllt draußen in der warmen Morgensonne.

„Mensch Fabienne! Bist du immer noch nicht wach? Ich reiß dein Zelt gleich ab, egal ob du drin bist oder nicht!“

Widerwillig flackerten Fabiennes Lider, aber es vergingen noch viele Augenblicke und genervtes Gerüttel am Zelt, bevor sie es schaffte die Augen zu öffnen.

„Nerv nicht!“ brüllte sie zurück und merkte, dass ihre Stimme etwas rau klang, als hätte sie einen sehr anstrengenden Tag hinter sich. Ihre Hand fuhr Richtung Gesicht um den Schlaf endgültig wegzuwischen. Auf halbem Weg brach sie ab, ihr rechtes Ellbogengelenk fühlte sich steif an. Sie ließ den Arm fallen und hob den Anderen. Die Haut am Unterarm spannte.

„Scheiße, scheiße, scheiße!“ vergas sie sich und rollte sich unter Schmerzen vom Strohsack, eine Bestandsaufnahme vom Körper ergab, dass nur das linke Bein nicht von Muskelkater, Pfeil- und Schwertwunden befallen war. Von draußen kamen schon bissige Kommentare zu weiblicher Unpässlichkeit.

„Das glaubt mir keiner, absolut keiner, die halten mich alle für verrückt!“

Sie setzte sich an einen Zeltpfosten, tastete nach einer Flasche und nahm einen kräftigen Schluck. Wohlige Wärme durchlief sie und Mut erfüllte ihr Herz. Erst entsetzt, dann lächelnd sah sie auf das irdene Gefäß.

„Danke, gütige Herrin!“

 

Es ist wohl besser, wenn ich das Ganze erst aufschreibe, bevor ich es erzähle, meine Gedanken sind so wirr, wie in einem Traum. Oder bin ich selbst noch im Traum? Aufgewacht im Traum, aus einem anderen Traum, den ich mein Leben nannte? Oder träume ich immer noch? Der Kreisel sagt nein. Immer wieder drehe ich ihn und irgendwann kommt er zum Erliegen. Auch dort irgendwo in Aedirn fiel die Handspindel immer wieder zu Boden. Also doch kein Traum? Oder war die stumme Spinnerin am Ende der Puppenspieler, der Dämon, der sich von Thalias Traum nährte? Ich fang lieber mal von vorne an.

Es war ein ganz normaler Reisetag und der Abend war auch wie immer. Lager aufschlagen, Eintopf löffeln, schlafen legen, irgendwo in einem dreckversifften Loch, zwischen da und dort, weit weg von Toussaint. Vermeintlich aufgewacht bin ich erst, als stinkender dichter Nebel mich umwaberte und ich voll gerüstet durchstürzte. Kaum konnte ich wieder atmen, sah ich viele Leute vor mir in der Nacht stehen, aufgeregt reden, die Situation beurteilend. Als erstes rief ich nach Élodie, die Erste, die mir einfiel, blöderweise antwortete sie. Da stand sie neben einem Mann namens Nakara und nicht weit von ihnen standen Kajsa und Maeva. Etwas Abseits, die unmittelbare Umgebung erkundend, zwei Hexer, Vadim und Kjell. Und eine weitere Gruppe stand dort, Mitglieder der Flammenrose.  Zusätzlich noch Yuri und Drago. Eine seltsame Gruppe in einem seltsamen Wald. Mit einer seltsamen Einladung. Jeder fand bei sich einen Zettel mit demselben Text. Die Herrin Thalia lädt wie jedes Jahr den guten Freund zu einem Fest, um die Bande der Freundschaft zu erneuern. Die Einladung stand auf einem Fetzen Pergament, das auf der Rückseite eine Zeichnung hatte. Später legten wir die Teile zusammen und legten dadurch ein Bild, das einen Halbmond, Thalias Symbol, der von einer Maske überschattet wurde, zeigte. Hat uns auch nicht weitergebracht. Unmittelbar in der Nähe zu unserer Ankunftsstelle fanden wir leuchtende Pilze und kleine Koboldhütten. Diese wollten aber nicht mit uns sprechen und kurz darauf griffen uns, aus dem Hinterhalt, sich seltsam bewegende Gestalten an. Hatten was von Puppen an Fäden. Die Schergen des Puppenspielers, wie wir etwas später herausfinden sollten.

Wir machten uns schnellstmöglich auf den Weg, das Herrenhaus der Thalia zu finden. Seltsam leuchtende Steine wiesen den Weg. Weit kamen wir nicht. Ich sicherte unseren Rücken und hab nicht alles mitbekommen, was vorne passierte, noch ein weiteres Mal trafen wir auf diese seltsame Puppen und dann auf einen Alb, der uns freundlich gesinnt war und den Weg wies, kurz darauf trafen wir auf eine Waldnymphe oder was auch immer, namens Daphne, diese erzählte uns, dass der Alb arbeitslos geworden ist und darum ihr den Ring nicht mehr kaufen kann, den die Herrin Thalia besitzt. Auf die Frage, wer die Puppen seien, antwortete sie auch nur kryptisch, dass das Wesen dahinter diese Welt bedrohen würde und mehr Informationen würden wir nur von ihr bekommen, wenn wir ihr die gute Nusscreme zubereiten würden und den Ring hätte sie auch gerne. Dann wies sie uns den Weg zu dem Anwesen.

Unbehelligt kamen wir dort an und uns bat ein einsamer alter Diener herein. Das Skelett neben der Tür schien ihn nicht zu stören und verwundert war er auch, dass Gäste kamen. Kaum hatten wir die Schwelle überschritten, kam uns ein muffiger Geruch entgegen. Jede Türöffnung wurde von einem Schleier aus klebrigen Fäden verschlossen und ein dichtes Netz aus Spinnweben überzog das ganze Mobiliar. Bedienstete wanderten durch die Räume und gingen ihrer Arbeit nach, aber die Spinnweben sahen sie nicht, nur wenn wir einen Gegenstand bewegten wurde er wieder dort hin gestellt, wo er zuvor war und auf uns reagierte keiner von ihnen, wir waren für sie nicht da. Es war gespenstisch, konnten wir doch alles anfassen und die Bediensteten sprechen hören, auch die Vorräte konnten wir nutzen und das Wasser trinken. Es war, als würden wir träumen, waren wir uns doch alle sicher am Abend an einem anderen Ort ins Bett gegangen. Wir fühlten Schmerz, konnten riechen und schmecken, mussten unsere Wunden versorgen und müde wurden wir auch. Wir suchten den großen Saal ab, nach Hinweisen, wo wir sind, was das ist, wer Thalia ist, überhaupt um irgendetwas herauszufinden, aber wir fanden nichts, was uns half. Am hinteren Ende des Saals war eine Abtrennung des Raums, immer wieder gingen die Bediensteten dort hin und redeten über ihre Herrin, die nicht gestört werden solle, da sie schlief. Als wir hinter den Vorhang schauten, fanden wir die Herrin des Hauses, aufgebahrt zwischen Blumen und Halbmonden. Ein hellblaues Kleid bedeckte ihren schlanken Leib und auf dem Kopf trug sie eine zierliche Krone geschmückt mit Halbmonden. An den Fingern viele Ringe. Ihr Puls war fast nicht vorhanden, als wäre sie im Tiefschlaf. Wecken konnten wir sie nicht. Bis zu dem Moment, als einer der anwesenden Herren ihr den Bernsteinring vom Finger zog. Sie stieß einen ohrenbetäubenden Schrei aus, sprang auf und fing an ihren Ring zu suchen. Auch sie konnten wir nicht ansprechen. Die Dienerschaft reagierte auch auf ihre Herrin und begannen sofort den Ring zu suchen, den sie auch sehen konnten und es verängstigte sie, dass er durch den Raum schwebte. Es war alle so verwirrend, wir fanden einfach nichts und die, die mit uns reden konnten, wollten einfach nur Nusscreme, nach einem ganz speziellen Rezept. Zwischendurch tauchte dann dieses Wesen mit der Maske auf, der Puppenspieler, schien nur zu beobachten und seine Fäden zu ziehen und diese Magierin Asanny, die mit uns gekommen ist, war nur noch seltsam. Bald darauf wurden ein paar von uns mit Fäden an den Handgelenken eingesponnen, Vadim und ein paar von den Redaniern, die sie nicht runter bekamen. Élodie befiel eine seltsame Starre in den Gliedern und sie bewegte sich für ein paar Stunden wie eine dieser Puppen. Wir waren hilflos. Während die anderen den Saal noch einmal auf links drehten, übermannte mich irgendwann die Müdigkeit und der Wunsch einfach nur einzuschlafen und wieder dort aufzuwachen, wo ich eigentlich eingeschlafen bin.

Bis zur dritten Stunde suchten ein paar nicht müde werden wollende nach Hinweisen, doch ergebnislos. Das ständige Abziehen des Ringes war auch sinnlose Folter. Und sollte ich jemals herausfinden, wer von diesem Pöbel meinte, es wäre lustig schlafende Frauen zu küssen, weil sie es in irgendeinem Märchen gelesen haben, dann werde ich dafür sorgen, dass sie ihre Zungen verlieren!

Nach einer traumlosen, unruhigen Nacht erwachte ich in dem fremden Bett in dem ich mich niedergelegt hatte. Es war kein erholsamer Schlaf und nach den Gesichtern der anderen, ging es ihnen ebenso. Ratlos standen wir in dem Saal zusammen, wie ein endloser Skelliger Knoten schienen wir uns im Kreis zu drehen, Saal durchsuchen, versuchen mit den Dienern zu kommunizieren, Hinweise finden. Das aber die Kommunikation zwischen den fünfzehn anwesenden Leuten nicht funktioniert hat, zeigte sich an drei Dingen. Das Rezept für die Nusscreme wurde irgendwann auf dem Tisch gefunden, ein kaputter Traumfänger lag im Séparée der Träumerin und eine Maske, wie die des Puppenspielers, lag auf dem Tisch. Zeitlich einzuordnen, wann was gefunden wurde, kann ich nicht mehr, es war einfach zu viel zu verwirrend und ein durchdrehender Hexer und ein paar noch mehr verwirrte Flammenrosenanhänger, machten das Chaos perfekt. Sie schienen unter dem Bann des Puppenspielers zu stehen, mit den Fäden an den Armen. Sie wurden nach draußen zu ihm gezogen. Der Versuch Vadim aufzuhalten endete im Dreck, unsere einzige Sorge galt nur noch uns selbst, stehen wir gleich unseren eigenen Verbündeten gegenüber und diese Magierin, ging sie nun freiwillig mit dem Puppenspieler mit? Er schickte uns auf jeden Fall seine Puppen wieder entgegen, ich sicherte den Rückzug und kassierte einen Pfeil in die linke Hüfte, dem Schmerz nach, träumte ich nicht. Die Verwundeten und Nichtkämpfer zogen sich in den Saal zurück. Draußen tobte eine Schlacht zwischen Puppen und verbleibenden Wehrfähigen. Als sich der Schlachtlärm gelegt hatte, sahen wir nach. Élodie kümmerte sich sogleich wie immer gewissenhaft um die Verletzten. Von Zorlitz lag mit eingeschlagenem Schädel auf dem Boden, Thessia und Yiska heulend daneben. Wobei Yiska auch nicht so aussah als würde sie noch zu den Lebenden gehören, eine schwarze Substanz rann ihr aus dem Mund. Um den Toten kümmerte sich keiner, erst als ich anfing die Leiche würdevoll hinzulegen und meinte das ein Grabsegen nicht schlecht wäre, wachten die beiden Damen aus ihrer Trance auf. Sie lasen einen Vers aus ihrer heiligen Schrift und dann löste sich das ganze auf, wegen weil halt. Ich, Élodie, Nakara und Maeva gingen wieder nach Drinnen, wir wollten den Traumfänger reparieren. Wir machten es uns auf dem Teppich im Zentrum des Saals gemütlich und ich baute meinen kleinen Schrein auf, denn ich wollte mittels dem Segen der Herrin vom See unser Unterfangen unterstützen, denn es schien etwas Gutes von dem Traumfänger auszugehen, er stand mit Thalia in Verbindung, vielleicht hat er sie auch geschützt, ähnlich wie der Bernsteinring, was wir vermuteten. Ich kam nicht weit mit meinen Ritualvorbereitungen, da trampelten Yuri, Drago und Vadim herein, laut brüllend, dass sie jetzt die zweite Maske der Träumerin aufsetzen wollen. Ich bat sie noch zu warten, bis wir mit dem Traumfänger fertig sind. Das ging ihnen am Arsch vorbei. Ich sprang auf und wollte Yuri und Drago davon abhalten, aber Vadim stand mir irre lachend im Weg, da war kein Vorbeikommen, die folgende kurze Auseinandersetzung endete damit, dass die Träumerin die Maske auf hatte und Vadim mir beinahe mein Handgelenk gebrochen hätte. Klar und deutlich sehe ich die blauen Flecken in Form seiner Pranke, nein, es kann einfach kein Traum gewesen sein. Und sein irres Lachen, das bekomm ich nicht mehr so schnell aus den Ohren, ich fress deine Eingeweide hat er noch gesagt… VADIM sei froh, dass du nichts mehr von alledem weißt! Vergeben und vergessen angesichts der Situation. Nun, ja, wo war ich.

Sie setzten der armen Frau diese abscheuliche Maske auf, allein Maevas Versuch das Ding aufzusetzen hätte jeden davon abhalten sollen, wurde sie darauf hin von ihrem absoluten Albtraum geplagt. Und nein, Maeva, du bist nicht entbehrlich, niemals! Dann wurde alles nur noch schlimmer, der Puppenspieler kam und holte sich Thalia, hatten diese drei Trottel nicht die letzte Barriere zwischen ihr und ihm durchstoßen.

Wir zogen uns nach draußen zurück, gaben die Hoffnung nicht auf, doch noch etwas mit dem Traumfänger zu bewirken. Ich webte alle Hoffnung, die wir hatten und jegliches Mitgefühl für Thalia in den Traumfänger, Maeva gab eine schöne Kette in den Farben der Herrin dazu und Élodies Geschick setzte zusammen, was zusammen gehörte. Dieses Mal schafften wir es, ohne unterbrochen zu werden, gerade rechtzeitig, denn unmittelbar nachdem wir fertig waren, meinte Fraktion Feuerteufel sie müssen die Nekromantin Asanny richten. Allen voran von Zorlitz, ja genau der, der mit zerschmettertem Hirn den Boden vollgesaut hat. Irgendwie haben sie die Nekromantin gefangen genommen und Yiska und von Zorlitz wurden wiederbelebt, fragt mich nicht, was da genau passiert ist. Aber dass sich die werten Richter der schwarzen Magie und dunklen Mächte diese zu Nutzen machen, sagt schon einiges über diese Fanatiker aus. Ausgerechnet in dem Moment, wo das Richtbeil fiel, musste ich hinschauen. Mir bleibt ja auch gar nichts erspart. Zurück zum Traumfänger, wir hängten ihn drinnen über Thalias Ruhestätte auf und kaum hing er, erschien wie durch Zauberhand ein Brief an ihm. Er erzählte Thalias Geschichte, dass sie als Kind weis gesagt bekam, sich an einer Spindel zu stechen und in Schlaf zu verfallen. Ihr kennt alle das Toussainter Märchen von der Dornenprinzessin, so ähnlich war es, nur ohne Rosenhecke und auf einen Kuss ist sie auch nicht aufgewacht. Ich hätte den Kerl erschlagen, der mich im Schlaf küsst. Äh zurück zum Thema, ich muss das Ganze nochmal ins Reine schreiben, so kann ich das nicht abschicken, ach egal, glaubt mir eh keiner. Wo war ich, oh mein Kopf… Ach Thalias Geschichte, ganz zum Ende kam ich nicht, weil ich vorher eingeschlafen bin, genauso wie Maeva, Élodie und Nakara. Und wachten im Traum vor dem Alb auf, den wir ganz am Anfang im Wald getroffen haben. Er forderte uns auf, noch einmal genau nachzuschauen, wir haben irgendwas vergessen und übersehen. Dann verschwand er wieder, weil seine Kräfte schwanden, der Puppenspieler raubt sie ihm und wir wachten wieder im Saal auf. Ja, was haben wir übersehen? Das Rezept haben wir vergessen, für die Nusscreme, damit wir die verdammte Antwort von Daphne bekommen. Ab hier wird’s wieder ein komplettes Durcheinander, während die eine Fraktion, also Feuerrose und auf jeden Fall Vadim, in den Wald verschwindet, um nochmal mit Daphne zu reden, sind wir nur rumgesessen und haben versucht unsere Gedanken zu ordnen. Dabei fiel uns auf, dass der Traumfänger leise summte. Wir konnten so für einen kurzen Augenblick mit Thalia in Verbindung treten. Sie sagte uns, wir müssen noch tiefer in die Traumwelt abtauchen um sie zu befreien, solange sie noch lebt und den Puppenspieler aus ihren Träumen verbannen. Schön und gut, aber wie. Thalia verschwand wieder. Die Antwort kam dann aus dem Wald, mit den ersten Zutaten für die Nusscreme. Wenn wir Daphne die Nusscreme bringen, gibt sie uns die Zutaten für ein Rauschmittel, dass uns zu dem Puppenspieler bringt. Also noch mehr Zeug, das uns das Hirn zermatscht. Wunderbar. Ach ja, wir haben zwischendurch noch den Toten vor dem Haus beerdigt. Mangels einer Schaufel mussten wir auf Kjells Sprengstoff zurückgreifen. Also wieder ein Indiz, dass es kein Traum ist, sonst hätte ich mir eine Schaufel erträumen können. Und Zucker hatte ich auch keinen und musste Honig nehmen. Ich hoffe in Anbetracht der Lage, dass es nicht zu respektlos war. Nusscreme, ja, also die Nüsse kommen von Büschen, die rumlaufen und die man schütteln muss, sind bei den Kobolden hinten, von denen wir die leuchtenden Pilze bekommen. Nein nicht für die Nusscreme, für die Drogen, versteht sich ja von selbst. Zwischendrin ist noch der Alb gestorben und hat eine weitere Zutat für die Nusscreme dagelassen. Wo das Fett und die Schokolade herkommen, will ich gar nicht wissen. Kajsa hat alles schön zusammengemischt. Von Daphne haben wir dann leuchtende Blumen bekommen und den Auftrag, diese den Kobolden im Austausch für die Pilze zu bringen und einen kleinen Klecks Nusscreme. Also sind ich, Élodie, Kjell, Nakara, Maeva und Kajsa los, um den Handel mit den Kobolden abzuschließen. Die Büsche waren uns im Weg, während ich versucht habe, von einem nicht kompostiert zu werden, hat Kjell zwei weitere abgelenkt, damit Élodie die Blumen und Nusscreme übergeben kann. Nachdem ich mich befreit habe, Silberschwert und Schläge im Allgemeinen, hat den Büschen nichts ausgemacht, haben wir fluchtartig das Gebiet verlassen. Aber die Büsche haben uns bis zum Haus verfolgt und der eine hat erst aufgegeben, als ich ihm einen Apfel gegeben hab. Wir mussten erst mal Luft holen, bevor wir uns der letzten Aufgabe und dem erhofften Ausweg widmeten. Das Gebräu stank nach allen Farben und schmeckte auch so, eine zähfließende Masse, die sich den Rachen runter windet. Yuri, Drago und ich tranken als erste davon, dann schliefen wir ein und erwachten alle vor dem Haus auf zwei verschiedenen Seiten wieder, die einen gebannt vom Puppenspieler, an seinen Fäden, wir anderen, fragt mich nicht wer und vor allem nicht warum, an Élodie kann ich mich noch erinnern, auf der anderen, in der Mitte die arme Thalia an den Fäden des Puppenspielers. Sie tanzte mit dem Schwert, im Begriff sich uns entgegen zu werfen, ich kam dem zuvor, entwaffnete sie und übergab sie Élodie, bevor die Schlacht begann, aber anscheinend haben sich auch damit die Fäden der anderen gelöst und wir standen nur noch den unheimlichen Schergen des Puppenspielers gegenüber, die nicht minder gefährlich waren, da sie sich auch niedergestreckt noch fortbewegten, hat man ihnen nicht zuvor den Kopf abgeschlagen. Wir kämpften uns alle tapfer durch, bis nur noch der Puppenspieler stand und kurz bevor der finale Schlag gegen ihn kam, die Dimeritiumhandschellen berührten ihn schon, warf er uns aus dieser Traumebene und verschwand. Ein kurzer Moment der Finsternis, ein Flackern der Lider, aber der Ort änderte sich nicht, wir wachten nicht im Herrenhaus auf, sondern da wo wir nach der Schlacht gelegen und gestanden hatten, kein Unterschied, nur das Thalia bei vollem Bewusstsein vor uns stand, arg mitgenommen wohl, aber sie konnte nun mit allen reden und lud uns ein, einen letzten Abend mit ihr zu verbringen, damit die Einladung, die sie nicht geschrieben hatte, doch erfüllt werde. Auch die Bediensteten waren voll anwesend und diese seltsame taubstumme Frau, die Flachs spann… Wir versorgten unsere Wunden. Und Élodie. Weder ich noch Kjell mögen es, mit Wasser abgespritzt zu werden.

Der Abend war ruhig und glich keinem Fest, Vadims und Yuris Schnaps beruhigte. Nicht mal die hitzigen Diskussionen über Recht und Unrecht loderten lange. Vielleicht löste sich der ganze Zauber da schon langsam, dass ich zu Bett ging, merkte wohl nur einer.

Kjell leise: „Gute Nacht!“

Fotos von @the_art_of_larp


Blutgetränkte Erde 2

Offizieller Bericht
Höchstgeschätzer Komtur, hochgeschätze Offiziere,
es folgt nun zuerst ein knapper militärische Lagebericht zu ihrer Information und Schonung ihrer kostbarsten Zeit. Im Anschluss folgt ein detaillierter Bericht der Ereignisse zu ihrer freien Verfügung.

Zusammenfassung des Einsatzes
Die Mission konnte mit Erfolg abgeschlossen werden. Das Ziel für das wir auszogen, die Eroberung der Festung gelang den verbündeten Truppen aus Du Lac, den Söldnern der Gräfin von Brenna und den Truppen der Feuerlanze. Wir melden keine Verluste, alle Kriegerinnen und Krieger sind nach den Kampfhandlungen am Leben uns unversehrt. Leider muss ich jedoch mitteilen, dass unser Lager heimtückisch geplündert und niedergebrannt wurde. Der heilige Schrein unserer geliebten Göttin wurde entweiht und geschändet. Diese Tat wurde von einer Truppe Schmutzsöldner mit dem Namen „die weißen Bären“ verübt. Ich führe die Truppen nun wieder zurück ins heimische Lauenbach und erwarte ihren Befehl. Die Gräfin d’Espoir zu deren Hilfe wir auszogen offenbarten sich uns leider im Laufe der Mission als schändliche Vampire, die mittels Magie ihre Opfer aussaugten und versuchten sich an Kriegsgefangen zu vergehen. Zusätzlich muss ich mitteilen, dass aufgrund des Verlustes der Soldkasse bei diesem heimtückischen Akt des Verrates die Soldauszahlung und Verleihung von Motivationsbildchen für den zweiten Einsatztag nicht stattfinden konnte und nachgeholt werden muss.

Detaillierter Bericht
Nach unserer Ankunft und der Errichtung des Lagers wurden uns teile des Angreiferlagers vorstellig, darunter auch der Ritter Ser Georg von der Lichtengräfte und Teile seines Gefolges. Insgesamt setzte sich das Lager aus unseren disziplinierten, kampferprobten und edelmütigen Truppen, einigen ehrenhaften Söldnern, einigen stinkenden ehrenlosen Söldnern, Ser Georg und seinem Gefolge, einem Schmutzritter namens Ser Eckert und einigen Abenteurern zusammen. In Mannstärke waren wir den Verteidigern unterlegen.
Als militärischer Kenner ernannte der Chevalier mich für die Dauer des Einsatzes zum kommandierenden Offizier der Truppen, welche Pflicht ich demütigst annahm.
Als erstes stellte sich der ehrenwehrte Chevalier den Belagerten vor und bei dieser Gelegenheit lernte Rekrut Urban den Sigmariten Marius kennen, der auch unserer Kriegsmagd gefiel.
Chevalier Du Lac machte daraufhin der Gräfin seine Aufwartung, während ich mit den Truppen der Feuerlanze das Lager sicherte und nach potentiellen Einfallsrouten Ausschau hielt um diese zu sichern. Daraufhin stellten auch ich und die Truppen der Feuerlanze bestehend aus unserer geschätzten Kriegsmagd Clara, dem geschätzten Protektor Karl-Heinz Dreyfeld und dem stets eifrigen Rekruten Urban zusammen. Bei meiner Vorstellung der Gräfin gegenüber fuhr mich ihr Berater an, was mir denn einfiele zur Gräfin persönlich zu sprechen und so lernten wir von der lokalen Sitte, dass nur der Berater für die Gräfin spricht. Begleitet war die Gräfin von zwei Kriegern, einer davon in einer fremdartigen Plattenrüstung die mir irgendwie bekannt vorkam. Durch Vaters Geschäfte mit dem Imperium bekommt man auch einiges mit und dieser Krieger sah einem Abbild eines Vampirritters verdächtig ähnlich. Diese sind äußerst gefährliche und mächtige Krieger. Nach der Audienz zogen wir raschen Schrittes und in tadelloser Formation zurück ins Lager, wo ich dem Chevalier meine Befürchtungen mitteilte. Der Rest des Abends verlief ruhig, während Kriegsmagd Clara sich von Ser Georgs Minne beminnen lies. Ser Georg hatte sich als Meister der Minne vorgestellt und der Chevalier teilte mir in seiner Weisheit die Einschätzung mit, dass Ser Georg wohl kaum ein Meister der hohen Minne sei und dass Meister der niederen Minne kein Titel sei, den man offen tragen sollte, vor allem nicht als Ritter. Der geschätzte Protektor schloss den offiziellen Teil des Abends mit einem wunderbaren Göttinnendienst an unserem geliebten Schrein.
Am nächsten Morgen war eine Heerschau zur Mitte der neunten Stunde einberufen und unsere Truppen erschienen natürlich kampfbereit und in tadelloser Disziplin, nach dem morgendlichen Appell und dem Göttinnendienst Die Gräfin befahl unvermittelt den Angriff, ohne vorher eine militärische Struktur aufzubauen oder Befehlshaber zu ernennen. Ich leistete den Befehlen des Chevaliers folge und hielt die Truppen zusammen, um unnötige Verluste zu vermeiden. Während der Chevalier und Ser Georg das Haupttor belagerten versuchte ich mit meinen Kräften einen seitlichen Aufgang freizuräumen. Dieser war von einer äußerst wehrhaften Tür blockiert, die unseren Schwertern und Äxten lange Zeit trotzte. Dann trat der mutmaßliche Vampirritter hervor und hob sich mit einem Mal aus den Angeln, was gar übermenschliche und sogar überluciusische Kräfte vermuten lies. Ich befahl den Truppen den ersten Teil des Aufgangs zu sichern und schickte Urban mit Bitte um weitere Befehle zum Chevalier. Bevor sinnvolle weitere Befehle eintreffen konnten rannten jedoch einige der Schmutzsöldner bereits den Aufgang hoch und da ich sie dort nicht alleine sterben lassen konnte, befahl ich unserem Trupp zu folgen.
So konnten wir auch in die Burg eindringen, sahen uns jedoch einer Übermacht von mindestens 25 Kriegern gegenüber, mit unserer Truppe von 9 Mann konnten wir nur den Eingang halten und Verstärkung anfordern. Diese konnte jedoch nicht zu uns vorrücken, weil allem Anschein nach der Zugang zu uns verschüttet worden war. Höchst seltsam, weder ich noch einer meiner Krieger hatten etwas in dieser Richtung gehört, doch bei mir kann es auch am Helm gelegen haben. So wurden wir dann Stück für Stück zurück gedrängt und um die Truppen zu retten befahl ich den Rückzug. Wir konnten jedoch einige Feinde niederstrecken, so hat der Rekrut Urban heldenhaft drei Gegner bezwungen.
Nach diesem ersten semi-erfolgreichen Ansturm vollkommen ohne jede Koordination wurde ein Lagerrat bei der Gräfin einberufen. Der Chevalier gewährte mir die Ehre unser Lager dort zu vertreten. Es wurde viel gesagt und nicht viel ist passiert, ich konnte aber das militärische Unvermögen unserer Verbündeten genaustens in Augenschein nehmen. Ich betete innbrünstig zur Göttin, dass sie uns diesen Einsatz unversehrt überleben lassen möge, wenn wir an der Seite solche Lumpenkrieger stehen mussten.
Einige Stunden später folgte ein weiterer Lagerrat, bei dem ein Heerführer gewählt werden sollte. Der Chevalier schlug mich vor, und um das Leben möglichst vieler dieser armen Seelen zu schonen nahm ich die einstimmige Wahl an. Ich erarbeitete einen hervorragen Schlachtplan und entließ die Truppen mit dem Befehl der maximalen Aufrüstung und des baldigen Treffens am Lager der Feuerlanze zu finalen Koordination des Manövers.
Die Truppen trafen zur vereinbarten Zeit ein, bis auf Ser Georg der sich nicht berufen fühlte und mehrfach gebeten werden musste sich uns anzuschließen. Ich teilte den Trupp ein und ernannte Offiziere. Der Plan war simpel und effektiv, im Eberkeil überrennen wir die äußeren Stellungen der Verteidiger und werden so die Hälfte ihrer Truppen vernichten oder gefangennehmen. Ich erkundigte mich nochmals, ob jeder den Plan verstanden hatte und wüsste was zu tun sei. Es war ein großer Fehler, dass ich mich auf sie verließ und nicht noch genauer nachfragte und die Offiziere besser instruierte. Unser erster Vorstoß verlief gut, doch leider ließen sich zwei Drittel unserer Formation von vier Bogenschützen aufhalten, anstatt diese einfach zu ignorieren. So fehlte dem Eberkeil leider das nötige Momentum zum zerschmettern der Feinde und mitten vor dem Haupttor und nahe beim Lager der Talagrader Sigmariten kam unser Vorstoß zum erliegen, wir sicherten die Position und versorgten unsere Verwundeten.
Dann schrie uns der Herr von Dornberg, Kommandant der Verteidiger, zu wir würden an der Seite von Untoten und Vampiren streiten. Um dieses moralische Dilemma zu klären, ordnete der Chevalier den Rückzug an. In unserer aktuellen Lage hätten wir zwar den Feind vielleicht noch überwältigen können, liefen aber auch Gefahr alle getötet oder gefangengenommen zu werden, wenn das Vorhaben scheiterte. Deshalb befahl ich ebenfalls den geordneten Generalrückzug und hielt den Feind mit meiner Ehrengarde bis auch der letzte unserer Truppen sicher im Lager war. Im Lager zerstreute sich die Truppe.
Nach kurzer Zeit machte die Gräfin uns die Aufwartung am Lager und erbat eine Audienz beim Paladin, also rief ich nach dem Chevalier. Ich wurde jedoch vom Berater der Gräfin berichtigt, dass diese zu meiner Wenigkeit wollen. Natürlich gewährte ich die Audienz, stellte jedoch die Verhältnisse richtig und erklärte meinen Knappenstatus. Der Berater teilte mir mit, dass sie höchstzufrieden mit meinen Leistungen als Heerführer wären und auch meinen Kampfesmut, sowie meine Schwertkunst bewundert hätten. Ebenfalls hätte die Gräfin gefallen an mir gefunden, und deshalb werde ich zu ihrem persönlichen Leibwächter befördert. Zusätzlich gaben sie mir einen großen Barren massiven Silbers. Natürlich musste ich diese Ehrung annehmen, auch wenn mir natürlich klar war, dass die Gräfin aufgrund unseres aktuell unklaren Loyalitätsstatus, mich nicht mehr als Heerführer nutzen konnte ohne massive Risiken einzugehen.
Der Rest des Tages verlief ruhig, der neue Befehlshaber befahl nichts. In dieser Zeit erblühte eine Briefdreiecksfreundschaft zwischen Marius dem Sigmariten, Urban und Clara. Am frühen Abend wurde nochmal eine Versammlung einberufen, und wirre Schnipsel eines Angriffsplans ausgetauscht. Der Angriff wurde jedoch trotz der optimalen Bedingungen auf den morgigen Tag verschoben.
Während der Dunkelheit erschienen plötzlich sieben Sigmariten in unserem Lager, das ganz im hintersten Ende des Angreiferlagers lag und erbaten die Gastfreundschaft, welche der Chevalier gewährte. Der Herr von Dornberg und der Chevalier tauschten sich aus und berieten was nun am besten zu tun sei, während ich andächtig lauschte. Nach einiger Zeit fegte der Berater der Gräfin mit zwei seiner Krieger in unser Lager und beschuldigte uns des Verrates. Der Chevalier berichtigte díe Situation unaufgeregt, und ging den weisen Weg des geringsten Blutes in dem die Situation nicht eskalieren lies, obwohl hier gerade der Berater das heilige Gastrecht verletzte. Der Herr von Dornberg zog dann mit seinem Gefolge ab und ich versammelte die Feuerlanze und einige Verbündete, um unsere Gäste sicher zurück zur Burg zu eskortieren. Nach getaner Arbeit unterhielt ich mich ebenfalls mit dem Berater und glättete die Wogen mit dem diplomatischen Geschick des Händlers. Am Ende entschuldigte er sich sogar bei mir für seine Unfreundlichkeit und zog lammfromm in die Nacht davon. Hierbei sprach der Söldner Andrey seine Bewunderung für mein diplomatisches Geschick aus, welche ich natürlich gerne annahm.
Es folgte noch ein Göttinendienst und ein ausgelassener Ausklang des Abends.
Am nächsten Morgen zur sechsten Stunde eroberte eine Spezieleinheit unserer Verbündeten einige der Banner des Feindes, wer nahmen der Mission nicht teil um den anderen auch ein wenig Ruhm zuzustehen.
Nach dem Morgenappell folgte eine hastige Sammlung der Truppen und daraufhin befahl der neue Heerführer, ein stinkender, fetter Söldnerhauptmann der weißen Bären den Angriff. Aufgrund meiner Verpflichtungen der Gräfin gegenüber, übernahm Karl-Heinz das Kommando über die Feuerlanze, währen ich die Gräfin schützte.
Auf wundersame Weise war der geheime Aufgang in die Burg nun wieder frei und so folgte ich der Gräfin und ihren mittlerweile offensichtlich vampirischen Streitern. Oben tat ich mein bestes den Feind auf Abstand zu halten und die Gräfin zu schützen, ohne direkten Befehl griff ich nicht an und vermittelte den Sigmariten, dass sie nur durch meine Hand sterben werden, wenn sie angriffen. Leider bemerkte der Berater der Gräfin dies und schickte mich mit einem direkten Befehl zum Angriff, so band ich vier Carroburger Großschwerter gleichzeitig, ihres Zeichens erfahrene Veteranen und Elitekrieger Sigmars. Es gelang mir sogar sie so weit zurückzudrängen, dass einer der gefallenen Vampire der Gräfin geborgen werden konnte. Dann traf mich leider jedoch ein Schuss einer dieser Feuerbüchsen in den Bauch und sprengte meine Platte. Ich konnte mich nur mit größter Mühe und Not auf den Beinen halten, doch ein Heiltrank der Madame Élodie aus dem Gefolge des Chevalier verhinderte Schlimmeres. Kurz darauf erschienen verbündete Truppen hinter den Großschwertern und wir nahmen sie in die Zange und überwältigten sie. Ich verband die Gefangenen höchstpersönlich und blieb zu ihrem Schutz in der Nähe. Dann hörte ich den ungebührlichen Ser Eckert, der die Erlaubnis der Gräfin erflehte einen Kriegsgefangen hinzurichten, der ihm in die Hand gestochen hatte. Ich wies den Schmutzritter in die Schranken und teilte ihm mit, dass ich höchst persönlich ihn richten werde, wenn er Hand an die Gefangenen legt und fragte ihn nach seiner Ehre.
Daraufhin fuhr mich die Gräfin an, dass dies alles hier nichts mit Ehre zu tun habe und sie auf unsere Ehre – mit Verlaub – scheiße. Zusätzlich berichteten befreundete Barden mir noch davon, dass sie selbst gesehen hätten wie die Vampire Gefangene aussaugten. Damit war der finale Beweis für ihre abscheuliche Natur gegeben und ich suchte den Chevalier auf. Dieser berichtete mir vom offenen Bruch mit der Gräfin, und dass wir fortan neutral wären, aber die Gefangenen schützen werden. Ich koordinierte die Verlegung aller Verwundeten und Gefangenen an den zentralen Hof der Burg und stellte Wachen auf. Als dann nachdem wir das meiste unserer Rüstung ausgezogen hatten, um für eventuell bevorstehende Kämpfe zu regenerieren erfüllte den Chevalier und mich Unbehagen – irgendetwas stimmte nicht. Also riefen wir unsere Leute zu den Waffen und zogen im Laufschritt leicht gerüstet und bewaffnet vor die Burg. Dort wurden wir dann von unseren ehemaligen Verbündeten angegriffen und niedergemacht. Ich schützte so gut ich konnte den Chevalier und unsere Leute, doch wir standen einer riesigen Übermacht gegenüber. Verwundet hielt ich mich auf den Beinen um die stark verwundeten zu sichern.
Als dann der Vampirritter Élodie mit der Waffe bedrohte, dass sie den Chevalier nicht versorgen sollte musste ich getreu meinem Knappeneid eingreifen und unter Aufbietung meiner letzten Kräfte mit dem stark gepanzerten Wesen ohne Rüstung, blutend und nur mit einem Einhandschwert bewaffnet die Klingen kreuzen. Wenigstens hatte der Unhold so viel Ehre, dass er seine Hunde zurückpfiff und sich mir im Zweikampf stellte. Wilhelm lieh mir als guter Freund sein langes Schwert, dass er in weiser Voraussicht am Vorabend mit Silber präpariert hatte. Und dann fochten wir, der Vampir musste schon stark verwundet worden sein, denn er focht langsamer als ich das von so einer Kreatur erwartet hatte. Ich war im in Geschwindigkeit und Technik überlegen, so konnte ich ihm für zwei Treffer seinerseits zwanzig geben, doch es schien nicht genug zu sein. Ein sterbliches Wesen wäre mittlerweile nur noch ein hinkender Rumpf gewesen, wenn es überhaupt solange überlebt hätte – doch nicht dieser Vampir. Als sein zweiter Hieb mich in die Seite traf und ich wusste, dass nun meine Seele zu Sarpeh gehen würde, glitt meine Klinge auch in seinen Leib und er ging runter auf ein Knie. Um meinen Eid zu erfüllen bis in den Tod mobilisiere ich alles was noch in meinem Leib war und hackte auf ihn ein bis wir gemeinsam zu Boden glitten. Dann wachte mein Freund Wilhelm über meinen Leib, den der feige Ser Eckert gleich einem Aasfresser bereits an sich nehmen wollte. Mit letzter Kraft forderte ich das feige Schwein zu einem Duell, sollte ich die Verwundung überleben und er willigte ein. Daran erinnere ich mich an nicht mehr viel, Verbände, verbinden, schwarz. Ich kam oben in der Burg wieder zu mir, als ich von der Feldscherin Tilda wieder zusammengeflickt wurde. Ich bewahrte natürlich vollkommen die Contenance und verzog einem Ritter würdig keine Miene. Es folgten einige Stunden im Schatten und Delirium. Als ich wieder bei Kräften war, erfuhr ich vom schändlichen Attentat auf unser Lager und dass die Schweine sogar den Schrein unserer geliebten Göttin geschändet hatten. Ich stellte einen Stoßtrupp zusammen, um in Erfahrung zu bringen was genau passiert sei und diese Unholde Sarephs Gerechtigkeit zuzuführen. Mit Feuer und Stahl.
Dabei lief mir Ser Georg über den Weg, der mir als Ritter versicherte, dass dies das Werk der weißen Bären war und diese sich bereits vor Stunden als ich noch im Delirium lag, wie feige Diebe aus dem Staub gemacht hatten. Wenigstens waren sie nicht dumm wie Stroh. Damit war der Nutzen des Stoßtrupps dahin und ich widmete mich nur noch meinem Duell mit dem Schmutzritter Ser Eckert. Dieser erschien tatsächlich und ich las ihm das Duellprotokoll aus dem Paladinbuch vor. Mein Sekundant war der ehrenwehrte Chevalier, während Ser Eckert ohne Gefolge, ohne Freund und ohne Sekundanten auftauchte. Er erschien sinngemäß in einer Tunika und mit einem Schwert ohne Scheide. Als Duellrichter bestimmten wir Ser Georg und das Duell sollte aufs zweite Blut enden. Nach einigen Schlagabtauschen war der Unterschied in der Schwertkunst offensichtlich, obwohl ich zu meinem Bedauern feststellen muss, dass ich ebenfalls nur mit mittlerer Kunst gefochten habe. Da ich den Sauhund nicht ohne gewichtigen Grund töten wollte, unterließ ich die tödlichen Streiche und konzentrierte mich auf Arme, Hände und Beine. Der Mann muss eine gar enorme Willenskraft gehabt haben, dass er mit blutüberströmten Händen und Armen das Schwert noch halten konnte. Ich glaube ich habe ich ihn sogar von einigen Fingern getrennt so schlecht wie seine Handdeckung war. Da Ser Eckert nicht aufgeben wollte er mir bis dato nur oberflächlich das Doublet verkratzt hatte, schlug der Chevalier einen Faustkampf vor. Dieser verlief noch schändlicher als der Schwertkampf zuvor. In einer geradezu urbanesquen Façon, schlug der blutüberströmte Recke mit der enormen Geisteskraft ein Unentschieden vor. Um diese Farce endlich zu beenden stimmte ich zu unter der Bedingung, dass er fortan nicht mehr die gesamte Ritterschaft aller Herren Länder entehren möge und jeden Tag nutzen möge nach dem Ideal des Ritters zu streben. Durch meine Milde in dieser Angelegenheit verlieh mir der ehrenwehrte Chevalier Du Lac den Ehrentitel „Schutzpatron der Schmutzritter“.
Der Abend schloss mit einem gar wunderbaren Abend der Kulturen auf der Burg, bei dem wir neue Freundschaften mit den Sigmariten schließen konnten. Diese sind im übrigen gar nicht so schlimm und nur wenige von Ihnen haben einen Absolutheitsanspruch ihres Gottes Sigmar, neben dem sie ebenfalls weitere Götter wie Moor, Shallya, Thaal und Ulric verehren.

Lauenbach, Zweiter Junis des Jahres 1223
Gezeichnet, Sarephs untertänigster Diener – Lucius Sigismund aus dem Hause Leuengold
Im Namen der Zwillinge – Zwei und doch eins!


Nebel und Schatten im Pontartal 3

Verse 1: From the land of Toussaint, came Aramis du Lac A knight of honor, he held his sword with tact He proclaimed a protectorate in Barone Tannengrund When Nilfgaard invaded, he stood his ground

Chorus: Oh Aramis, the brave and true A knight of honor, he fights for you His deeds of valor, will always ring In the songs that the bards do sing

Verse 2: Three months later, the protectorate in question The imperial troops, threatened his possession Aramis chose to relinquish his claim For his quest for heroism, he did reclaim

Chorus: Oh Aramis, the brave and true A knight of honor, he fights for you His deeds of valor, will always ring In the songs that the bards do sing

Verse 3: Diplomacy, Aramis did employ To navigate the conflict, he did deploy But when the Redanian witch hunters were taken Aramis‘ neutrality was forsaken

Chorus: Oh Aramis, the brave and true A knight of honor, he fights for you His deeds of valor, will always ring In the songs that the bards do sing

Verse 4: The curse of the Lionhead Spider cult Inflicted on the soldiers, it took its toll Aramis and his allies, they fought with might To end the curse and set things right

Chorus: Oh Aramis, the brave and true A knight of honor, he fights for you His deeds of valor, will always ring In the songs that the bards do sing

Verse 5: In the end, the curse was broken The soldiers‘ souls were given a token Aramis and his comrades, they paid the price To bring an end to this dark device

Chorus: Oh Aramis, the brave and true A knight of honor, he fights for you His deeds of valor, will always ring In the songs that the bards do sing

Verse 6: But the evil witch, she still remained Her power unchecked, still unchained Aramis and his friends, they knew the fight Was far from over, it still burned bright

Chorus: Oh Aramis, the brave and true A knight of honor, he fights for you His deeds of valor, will always ring In the songs that the bards do sing

Verse 7: For the knightly virtues, Aramis did stand For courage, justice, and a noble hand His deeds of valor, will always be told In the annals of history, forever bold

Fotos von @the_art_of_larp


Temerische Hochzeitsringe 1

Gather ‚round, ye merry folk, and hear the tale of the brave Chevalier Aramis du Lac, Whose deeds of valor and heroism shall forever be remembered in the land of Toussaint.

‚Twas the Duchess Anna Henrietta who sent him on a quest, Seven times seven heroic deeds, he was put to the test. He rode out with his loyal men from Avallach, To prove his worth and win the fair lady’s match.

The first task was a daunting one indeed, For Aramis was sent to the far north, to fight the witch’s creed. In a dark and dreary forest, they made their stand, With mind games and dark magic, they had the upper hand.

But Aramis was not one to be deterred, He believed in the Lady of the Lake, and in her power he deferred. With sword and shield, he charged into the fray, And his men followed him, without a word to say.

The witch and her cult fought hard and fierce, But Aramis and his men fought back with equal force and pierce. The battle raged on, through the night and into the day, And it seemed like victory was far, far away.

But then, Aramis remembered the words of the Lady, And with renewed strength and courage, he fought on, brave and steady. He struck the witch down with a mighty blow, And her cult fled, defeated, with nowhere else to go.

The people of Toussaint rejoiced at Aramis‘ feat, For he had saved them from the witch’s deceit. And the Duchess Anna Henrietta was pleased indeed, For Aramis had proven himself to be a true knight, indeed.

So, raise your cups and sing praises to Aramis du Lac, Whose bravery and valor shall forever be remembered in the land of Toussaint.

– „The Bard’s story makes no claim to accurately reflect the events in the kingdom of Aedrin“

Fotos von @the_art_of_larp


Noch einmal stürmet

Aus dem Tagebuch des Cheavlier Aramis du Lac, 21.-22. Yule 1282

Wie es die Ehre gebietet, habe ich mein Wort gegenüber dem ersten Paladin des silbernen Lagers Andras gehalten und mich am verabredeten Ort und zur richtigen Zeit – zusammen mit Markgraf Arcturus und der Feuerlanze – eingefunden.

Viele sind dem Ruf des ersten Paladins gefolgt: Verbündete, Freunde, Schlachtenbummler aus aller Herren und Ländern – sicher alles andere als eine ausgebildete Armee, aber dennoch ein beachtliches Aufgebot!

Sobald der Ordensmagnus Grimbold das Portal stabilisiert hat, werden wir es durchschreiten um den Dämon Namael zu stürzen und die Frau des ersten Paladins aus dessen Gewalt zu befreien.

Das Portal hat uns direkt in den Norden des Fürstentums Harkoth geführt – in den Rachen des Dämons – dort wo seine besten Truppen versammelt sein sollen.

Wir haben in der Abenddämmerung die Burg im Sturm erobert! Die Horden des Chaos sammeln sich aber bereits wieder vor dem Tor – es scheint eine unruhige Nacht zu werden!

Ich kann nicht mehr Zählen, wie viele Wellen der Feind bereits gegen die Burg hat branden lassen und wie oft meine Klinge ihr Ziel gefunden hat! Die Kämpfe sind hart und erbarmungslos – hier gibt es keine Ehre…hier gibt es nur Tod und Verzweiflung!

Es war eine Verlustreiche Nacht, aber wir haben die Burg bis zum Morgengrauen halten können. Nun sammelt der erste Paladin Männer für eine Expedition, die bereit sind, sich zu einem Nexus-Punkt durchzuschlagen – zum sogenannten roten Monument! Dies scheint ein wichtiges Unterfangen zu sein, weshalb ich mich mit einigen Männern der Feuerlanze dem Tross anschließen werde.

Wir haben zumindest „ein“ Monument erreicht und untersucht – ich habe nicht viel von dem Verstanden, was die Herren Magier, Kleriker und Druiden anschließend diskutiert haben! Was ich aber berichten kann ist, dass uns eine große Gruppe an Dämonenanhängern den Rückweg zur Burg versperrt haben und ein Durchbruchversuch unsererseits kläglich gescheitert ist. Durch eine mir gänzlich neue Art der Teleportation – druidischen Ursprungs – gelangten wir letztendlich hinter den gegnerischen Schildwall und konnten in einem etwas längeren Spurt die vermeintliche Sicherheit der Burgmauern erreichen.

Bis auf einen kurzen Gottesdienst der Feuerlanze für ihre Göttin Sareph, bei dem mir Arcturus einen Bündnisvertrag überreichte, waren die Männer der Feuerlanze und ich permanent dabei die anbrandenden Wellen der Anhänger Namael’s zurückzuwerfen.

Ich habe mich während einer Kampfpause vorhin mit dem Inquisitor der Feuerlanze Karl-Heinz Dreyfeldt über Theologie und Motivation unterhalten – ich werde die Erkenntnisse aus diesem Gespräch mit Prior Verechvan Aep Wadh weiter vertiefen.

Ich bin im Lazaret auf einen bretonischen Questritter getroffen. Wir kamen ins Gespräch und kamen auf die Herrin vom See zu sprechen. Die Bretonen und vor allem die Questritter verehren die Herrin vom See in einer sehr ähnlich Form, wie es viele Ritter in meiner Heimat Toussaint machen.

Mit dem Einsetzten der Dämmerung scheint es mir so, als ob die Magier und Druiden endlich eine Möglichkeit gefunden haben, dem Dämon ein Ende zu setzten – ich bin gespannt, was es mit dem gezeichneten Kreis auf dem Boden auf sich hat!

Als Namael’s letztes Aufgebot – von einer schwarzen … verpesteten Rauchwand begleitet – durch das Burgtor gestürmt kam, schien es mir als ob sich die Pforten der Hölle selber aufgetan hatten. Mehr als einmal gelang es den Chaoten durch unsere Linien zu brechen und Tod und Verderben unter uns zu sähen. Mit dem Mut der Verzweiflung stürzten sich die Männer der Feuerlanze, an deren Seite ich stritt, immer wieder ins Gefecht – bis auf einmal alles Endete und das feindliche Heer in die Flucht geschlagen wurde – zumindest glaubte ich es zunächst!

Es ist ein bitterer Moment! Ich habe eben erfahren, dass sich die Elfe Tialar – die Frau des ersten Paladins Andras – mit einem Dolch selbst geopfert und dadurch Namael’s Schicksaal ebenfalls besiegelt hatte. Ich kenne mich zugegebener Maßen nicht mit der Materie aus – möchte ich auch lieber nicht – aber Sie musste es irgendwie geschafft haben sich mit Namael zu verbinden wodurch der Dämon das erlitt was Tialar erlitt und umgekehrt – wodurch ihr Ende auch das Seine war.

Marktgraf Arcturus und ich haben eben Tialar vor den Burgtoren die letzte Ehre erwiesen. Seine Hochwohlgeboren wird gleich noch einen Gottesdienst abhalten und hat mich hierzu eingeladen.

Im Rahmen des Gottesdienstes wurde Trost gespendet und die Männer der Feuerlanze geehrt.

Ich für meinen Teil werde noch in der Nacht durch das Portal zurückreisen um mich meinem Gefolge wieder anzuschließen – Es gibt noch viel zu tun und zudem lädt dieser Ort nicht gerade zum Verweilen ein!

Für Toussaint! Für die Herzogin! Für du Lac!

Fotos von @rikitier


Feuerlanze Manövercon 1

Aus dem Tagebuch des Chevalier Aramis du Lac aus Toussaint

43. Lammas 1281

„Da das menschliche Gedächtnis unzuverlässig ist und infolge der Wirrnis der Geschehen nicht ausreicht, sei es das Ansinnen der edlen Vorfahren unseres gesegneten Toussaints, das der Herzogin und des Kaisers Nilfgaards, urkundlich festzuhalten, was die Dauer der dahinrinnenden Zeit hinsichtlich der Kenntnisse der Menschen entstellt darzulegen neigte.

Auch ist es an der Zeit, da nun das Bieste von Beauclair unsere güldenen Herzen mit rotem Blut befleckte und uns jene raubte, deren Tugenden zuvorderst einst als unzweifelhaft galten, einen neuen Herrn von du Lac zu ernennen, der da antritt das Erbe seines Bruders Ramon du Lac, auf Geheiß und zum Wohle Ihrer Allerhöchsten Durchlaucht, Herzogin Anna Henrietta.

Demgemäß soll die Allgemeinheit der gegenwärtigen wie der künftigen Getreuen des Herzogentums erfahren, daß wir, Anna Henrietta, Herzogin von Toussaint, für uns und unsere Erben öffentlich mit diesem unserem Briefe gegen alle, die ihn sehen oder von ihm hören, bekennen, daß wir Aramis du Lac mit gutem Willen, Vorsatz und aus rechtem Herzen , auch aus besonderer Gunst und Gnade unserer Dienste willen, die er uns getan hat und täglich tut, und in zukünftigen Zeiten uns und unsern Erben noch tun soll und mag, ihm und allen seinen rechten Lehenserben, die nachgeschriebenen Güter von uns zu Lehen wieder schenken, nämlich alle Teile des Edelgutes du Lac, in dem Lande Toussaint mit Gerichten, obersten und niedersten, Gerechtigkeiten, Freiheiten, Gewohnheiten, Renten, Zinsen, Äckern, Wiesen, Hölzern, Ölbaumhainen, Zuchten, Horsten, Weingärten, Zehnten, Fronen, Diensten, Ehren, Nutzen mit allen und jeden ihren An- und Zugehörungen, sie sind benannt oder unbenannt, welchen Namen sie auch haben mögen, nichts ausgeschlossen an Rechten sämtlicher Manlehen, bekannt, gereicht und geliehen haben.

Auf daß die Würde dieses Besitzes, aber auch die Rechte und Pflichten, die daraus gemäß der heiligen Manifeste vom Schutz und vom Gehorsam gegen die Getreuen des Herzogtums Toussaint und auch gegen uns erwachsen, allenthalben offenbar werden, soll Aramis du Lac fortan den Namen „Chevalier du Lac“ tragen. Zudem bestimmen wir, Anna Henrietta, dass Aramis du Lac nach Bestehen von sieben mal sieben Heldentaten unter Eid und Beobachtung von rechten Zeugen erneut den Titel eines Comte tragen soll, der ihm und all seinen Nachfolgern und rechten Lehnserben untrennbar mit dem Besitz der Provinz erhalten bleiben; in all der nachfolgenden Zeit sollen Provinz und Titel ihnen zu recht verbleiben; damit niemand durch unüberlegtes Wagnis sie zunichtemachen oder sonst wie zu verletzen suchen möge.

Des zu Urkunde und seiner Sicherheit haben wir, obgenannte Anna Henrietta von Toussaint, nach dem Willen der Herrin Herzogin von Toussaint, unser Siegel durch unseren Lieben Cousin Emhyr var Emreis Deithwen Addan yn Carn aep Morvudd für uns und unsere Erben an diesen Brief wissentlich lassen hängen, der gegeben ist zum fünften Savoine des Jahres 1278.“

 

Sieben mal sieben Heldentaten um den Titel meiner Ahnen zurückzuerhalten, den mein verstorbener und in Ungnade gefallener Bruder Ramon verloren hat. Diese Urkunde in Verbindung mit meinem Traum von einem strahlenden Anführer, der einen Drachen in seinem Schild führt und das Königreich der Menschen vor dem Bösen befreit, hat mein Gefolge und mich ins Königreich Moris Luna geführt. Nach einer langen strapaziösen Reise erreichten wir kurz nach Einbruch der Nacht des 43. Lammas 1281 das Feldlager von Marktgraf Acturus Varus von Lauenbach in der Komturei Rebhain. Der Zweite Paladin des Ordens der Zwillinge und seine Männer waren bereits bei der Rekrutierung der Soldaten für die Feuerlanze und das hin und her der Frauen und Männer im Lager sorgte für eine gewisse Unordnung so dass wir an den Wachen vorbei direkt zum Tisch des Marktgrafen gelangten. Erst dort mussten wir für einen Moment warten bis wir empfangen wurden. Der sichtlich gestresste Paladin hieß uns willkommen und bat uns an seiner Tafel Platz zu nehmen. Mein Vorhaben, mich seiner neuformierten Armee anzuschließen nahm er dankend zur Kenntnis und gewährte mir auch meinen Wunsch, vor meinem Einschreiben zunächst mir einen Überblick über die Lage und Besonderheiten der Ordensarmee zu verschaffen. Unser Lager errichteten wir auf einer kleinen Anhöhe direkt neben dem ihrer Lordschaft. Während mein Haushofmeister und alter Freund Guillaume Robert du Bois und ich uns an der Tafel niederließen, sendete ich meine Magd Genevieve und den mir von Herzogin Anna Henrietta mitgesendeten Prior Verchevan aep Wadh unter die Leute, um mir so schnell wie möglich einen Überblick zu verschaffen.

Während ich also in den Genuss der besten Weine aus Rebhain gelangte und auch seiner Hochwohlgeboren Acturus einen Kelch besten Est-Est aus Toussaint servieren konnte, verschaffte sich der Prior einen ersten Überblick über den Glauben an die Zwillingsgottheiten Sareph und Mara. Er versicherte mir später am Abend, dass die Aspekte des Glaubens in der richtigen Deutungsweise mit dem Glauben an Ard Feainn übereingebracht werden kann und ebenfalls vom zweiten Paladin wurde bestätigt, dass mein Glaube an Ard Feainn kein Hindernis in seiner Glaubenswelt darstellt, womit eine große Hürde zum Beitritt in die Ordensarmee genommen wurde.

Zu einem ersten Eklat kam es, als mir der Prior ein anrüchiges Bild von Herzogin Anna Henrietta zeigte, dass auf einem Altar Sareph’s stand. Man sollte erwähnen, dass die Basis des Glaubens an die Zwillingsgottheiten sich auf sexueller Begierde stützt. Konfrontiert mit dem Bildnis der Herzogin zeigte sich euer Hochwohlgeboren zunächst wenig Verständnis für meine Empörung, da es in seinem Glauben eine Ehre ist, auf dem Altar von Sareph zu stehen und wir ja in seinen Landen seien und somit sein Glaube zähle. Zumindest nahm er die Bild zunächst in persönliche Verwahrung und unterließ somit die Zurschaustellung der Herzogin.

Auch Genevieve kam mit ersten Erkenntnissen zurück zur Tafel und erzählte von einem untoten Ritter, der von einem vermeintlichen Elfenmagier kontrolliert wird. Im Kaiserreich würde derart von Nekromantie mit der sofortigen Exekution der betroffenen einhergehen, aber der zweite Paladin bürgte für die beiden Männer und erwähnte dabei, dass er vorhatte, den Magier Satarius als Hofmagier zu gewinnen. Nun gut, wenn eine Armee vorhat gegen Dämonen ins Feld zuziehen, sind unorthodoxe Vorgehensweisen vielleicht angebracht. Prior aep Wadh versicherte mir zumindest, dass es zwar moralisch schwer zu akzeptieren ist, aber er kein Problem für unser Seelenwohl sieht, wenn wir an der Seite des untoten Ritters in die Schlacht ziehen, zumal mir in einem Gespräch mit dem Magier als auch mit dem Untoten der sich mir als Graf Caine Barett zu Höhenmark aus dem Lande Dayon vorgestellte, klargemacht wurde, dass er noch beseelt und Herr seines eigenen Willens ist.

44 Lammas 1281

Nach einer ereignislosen Nacht ging es mit den Rekrutierungen weiter. Während ich ein herzhaftes Frühstück und einen guten Wein genoss, beobachtete ich die neu rekrutierten Soldaten, welche wohl an meiner Seite in die künftigen Schlachten ziehen werden. Es waren deutlich weniger als ich bei einer Ordensarmee erwartet hatte, dafür aber von überdurchschnittlicher Qualität.

Die morgendliche Ruhe war auf einen Schlag vorbei, als die Wache Alarm schlug. Mit meinem Schwert bewaffnet eilte ich neben anderen Soldaten der Feuerlanze zum Ort des Geschehens und bekam einen ersten Vorgeschmack auf das was mich hier bei der Ordensarmee erwarten würde. Ein mit einer verfluchten Klaue und einem Dolch bewaffneter Mann versuchte sich gewaltsam Zutritt zum Lager zu verschaffen. Es war allerdings weniger ein Problem diesen Mann zu überwältigen, denn es reichte, dass ich ihn mit meiner Klingenspitze nur leicht an der Kehle berührte und er brach tot in sich zusammen. Der Magier Satarius bot an ihn für einen kurzen Moment für eine Befragung wiederzuerwecken, was allerdings die Ordenskrieger nicht guthießen. Prior Verechvan aep Wadh nahm zu dieser Frage ebenfalls Stellung, nachdem er sich mit dem Magier kurz unterhalten hatte. Diese Widererweckung hätte nur auf die Erinnerungen des Mannes zurückgegriffen, dessen Seele – sofern er noch eine gehabt hatte – wäre davon nicht betroffen gewesen und somit aus Sicht des Priesters in dem Fall der Bekämpfung widernatürlicher Wesen eine nicht von Ard Feainn geächtete Möglichkeit.

Im Laufe des Vormittags wiederholten sich Vorfälle der Art, dass klauenbewährte Wesen das Lageraufsuchten, aber ohne große Anstrengung besiegt werden konnten. Erst nach mehrmaligen Hinweisen von meiner Seite wurden die Wachen aufgestockt.

Den vorläufigen Höhepunkt des Konfliktes ereignete sich kurz vor der Mittagszeit, als eine größere Gruppe gehörnter Kämpfer versuchte sich gewaltsam Zutritt zum Lager zu verschaffen. Zusammen mit den Ordenskriegern der Feuerlanze konnte dieser erste Sturm ohne Verluste im Keim erstickt werden.

Nachdem ich mich kurz vor dem Mittagessen entschieden hatte, meine Dienste der Feuerlanze anzubieten und eure Hochwohlgeboren dankend angenommen hatte, bot er mir standesgemäß den Rang eines Offiziers an. Gegen den Protest des Priors lehnte ich dankend ab, da ich nicht hier in die Mittellande gekommen war um eine militärische Karriere im Orden zu verfolgen, sondern meine sieben mal sieben Heldentaten zu vollbringen und schnellst möglich wieder nach Toussaint zurückzukehren. Diese Taten lassen sich nach Vorbild meines Vorfahren Sir Launcelot am besten vollbringen, wenn man nach alter toussaintiner Art an vorderster Front streitet und nicht die Schlachtreihen aus dem zweiten oder dritten Glied koordiniert.

Mein Wunsch wurde mir gewährt und so fand ich mich wenig später auf dem Exerzierplatz des Feldlagers wieder, wo Hauptmann Arvid Sturmborn und Leutnant Darius von Plaunstein mit den neuangeworbenen Rekruten Manöver und Befehle einübten. Höhepunkt bei den Manöverübungen waren Kampfszenarien der Feuerlanze gegen einige Männer der Lauenbacherwachgarnision. Hier zeigte sich, dass aller Anfang schwer ist und dass es wichtig ist aus guten Einzelkämpfern ein eingespieltes Regiment zu formen, denn die Garnisonsmänner machten es uns schwer – viel schwerer als es uns hätte fallen dürfen. Überschattet wurde das Manöver zudem von einem Todesfall unter den Männern der Garnison, der bei der letzten Übung zusammenbrach – vermutlich hatte etwas von ihm Besitz ergriffen oder er war vergiftet worden, ich hatte das nicht genau mitbekommen.

Das Beste am Manöver war, dass sich die Männer kennenlernten und wir anfingen eine Einheit zu werden. In einem Gespräch mit Hauptmann Arvid, auf den ich große Stücke halte, habe ich mein Dilemma mit dem Bild der Herzogin geschildert und er versprach mir ein gutes Wort bei seiner Hochwohlgeboren einzulegen, zumal für besondere Leistungen Soldaten der Feuerlanze mit derart Motivationsbildern belohnt werden.

Auch am Nachmittag sollte keine Ruhe ins Lager einkehren. Neben weiteren kleineren Angriffen, kam es zu einem Bauernaufstand. Bewohner aus den naheliegenden Dörfern hatten sich zusammengefunden um das Lagerzustürmen und sich so Zutritt zum Marktgrafen zu verschaffen. Mein Haushofmeister Guillaume du Bois war der Erste, der sich dem Mob entgegenstellte und diesen am Betreten des Lagers hinderte. Da die Bürger nur leicht bewaffnet waren steckte ich mein Schwert zurück in die Scheide und versuchte zu vermitteln. Der von mir herbeigerufene Prior war es letztendlich, der durch die Worte Ard Feainn und einigen Goldstücken, den Aufstand friedlich auflöste. Deutlich waren seine Worte bezüglich weiteren Forderungen, denn im Kaiserreich würde in einem wiederholten Falle kurzen Prozess mit ihnen gemacht werden.

Mein Gefolge und ich hatten auch das Vergnügen der Rechtsprechung des Marktgrafen beizuwohnen und somit einen weiteren Eindruck zu erhalten, wie es hierzulande zugeht. Aus Diskretionsgründen werde ich nicht weiter über Details zu diesem Fall berichten, aber es sei gesagt, dass mir das Strafmaß der Rechtsprechung sehr unvertraut ist, was vor allem auf den sexuellen Bedürfnissen ausgerichteten Glauben zurückzuführen ist.

In einem magischen Ritual, dessen mystische Hintergründe ich lieber nicht genauer wissen möchte, wurde dem verurteilten Paladinknappe Thorius ein Erzengel ausgetrieben, der ihn bisdato besessen hatte.

Am späten Nachmittag offenbarte sich endlich zum ersten Mal der große Gegenspieler des Zwillingsordens gegen den wir in den Krieg ziehen sollten … Ajiel der vom zweiten Paladin auch als Dämon bezeichnet wurde. Hierzu sein anzumerken, dass im Glauben an Ard Feainn so etwas wie Dämonen nicht existiert und wir somit vereinfachend von Widernatürlichen Kreaturen sprechen. Ajiel forderte die Feuerlanze auf dem Feld der Ehre – sofern diese Kreaturen so etwas überhaupt kennen.

Wenig später kam es dann zur Feuerprobe der neuformierten Feuerlanze. In vorderster Front und Schulter an Schulter boten wir dem Bösen Paroli und schickten die Horden in den düsteren Nebel zurück aus dem sie erschienen waren. Schwer gezeichnet von der Schlacht aber um zwei vom Prior bestätigten Heldentaten reicher widmeten wir uns unseren Wunden.

Später am Abend durften wir auch einem Gottesdienst beiwohnen, der ungewohnt aber dennoch sehr ehrfürchtig war. Zum theologischen Gehalt wird der Prior zu einem späteren Zeitpunkt noch eine Stellungnahme verfassen.

Als wenn der Tag nicht schon genug erlebt hatte, kam am Abend noch ein Giftanschlag auf den Marktgrafen vor, der durch die Heiler zum Glück überleben konnte.

Mein Fazit nach einem Tag bei der Feuerlanze ist die Erkenntnis, dass ich meine sieben mal sieben Heldentaten in diesem Rahmen schneller schaffen könnte, als ich erwartet habe. Eine besondere Gelegenheit dafür wird sich kurz nach der Wintersonnenwende ergeben, denn der erste Paladin des silbernen Lagers hatte den Marktgrafen aufgesucht um ihn um Unterstützung bei einem letzten Kampf gegen eine widernatürliche Kreatur und dessen Armeen zu unterstützen.

Für die Herzogin, für Toussaint und für die Ehre!

Von Prior Verechvan aep Wadh

An die Kurie in Nilfgaard Stadt

Don Tiarna onórach Bunant aep Renwahm,

ich berichte hiermit, gemäß Duktus und Order von meinen Beobachtungen, während der mir aufgetragenen Begleitung des Herren Aramis du Lac – welcher zuvorderst von ihrer allerherzoglichsten Durchlaucht, Anna Henrietta von Toussaint ausgesandt wurde, um sieben mal sieben Heldentaten zu vollbringen, die von mir, in execucione officii mei, bezeugt werden sollen.
Zuvorderst will meine Wenigkeit als bescheidener Diener der Kurie in Nilfgaard Stadt meine Einschätzung zur möglichen Einflussnahme am Hofe Toussaints durch den verehrten Herren Aramis du Lac geben. Chevalier du Lac ist ohne Zweifel ein Aufrechter und Vaterlandstreuer Soldat und Ritter, der dem Glauben der großen Sonne nachgeht – wenn auch mit lokal folklorischem Einschlag bezüglich eines Glaubens an die Dame vom See, der bislang jedoch keine beunruhigenden Züge zeigt. Ich unterstreiche hiermit die Einschätzung von Bunant aep Renwahm, dass eine Stärkung des Hauses du Lac dem Glauben an ard Feainn in Toussaint zuträglich ist, so der Chevalier wieder in der Wiege seiner Heimat – und am Hofe der Herzogin – verweilt.
Unsere Reise führte uns in den Kontinent, der vom Volke dort als „Mittellande“ benannt wird, wenngleich die geographische Einordnung nach dem Codex Nilfgaard wohl als sträflich falsch befunden werden muss. Dort wollte sich Chevalier Aramis du Lac in der Komturei Rebhain einem Orden von Söldnern anschließen, bei denen er die größte Chance sah, seine sieben mal sieben Heldentaten zu vollbringen. Die Komturei zeigt sich in Hand eines selbsternannten Paladins namens „Acturus von Lauenbach“, der jener Söldnereinheit „Feuerlanze“ vorsitzt, die sich an einen rückständigen Glauben auf Basis von sexueller Begierde stützen. Es sei der Kurie jedoch versichert, dass der Chevalier, ganz der Ritter der er ist, selbstverständlich unter meinem Einfluss keinerlei Interesse an diesem barbarischen Glauben zeigte – es sei zusätzlich vermerkt, dass die Aspekte des Glaubens in der richtigen Deutungsweise mit dem Glauben an ard Feainn übereingebracht werden können, so dass eine Eingliederung nach erfolgreicher Eroberung des Landstriches als Wahrscheinlich angesehen werden kann. Bedacht werden muss hierbei jedoch der starke Einfluss von weiblichen Zauberinnen, in der dortigen Gemeinsprache „Kriegshexen“ genannt. Diese Individuen sind als gefährlich und unberechenbar zu betrachten. Auch sollte die nicht funktionale und emotionalisierte Gesetzführung des Landes erwähnt werde, die ebenfalls ein Eingreifen der starken Hand des Kaiserreiches erschweren dürfte. Ich empfehle fürs erste von einer gewaltsamen Eroberung abzusehen und die Verbindenden Aspekte stärker zu suchen, was eine langfristige und spätere Indoktrination erleichtert.
Ebenfalls erwähnt werden sollte die starke Ausbreitung von magischen Phänomenen und Sphärenkonjunktionen, die Zweifelsohne auf den starken und unregulierten Gebrauch von Magie zurückzuführen ist. Diese Phänomene brachen sich nicht zuletzt durch die Angriffe Extrasphärischer Kreaturen Bahn, die jedoch nicht zuletzt durch den Heldenhaften Einsatz des Aramis du Lac zurückgeschlagen werden konnten, welche ihm die Erfüllung der ersten beiden Heldentaten einbrachte.

In Erwartung weiterer Order,
Prior Verechvan aep Wadh

Fotos von @familypad.ak