Justine Véronique
de Renarde

Justine ist als einziges Kind der Landadelsfamilie Renarde, in Toussaint, geboren worden. Ursprünglich befanden sich die Ländereien in der Umgebung von Fuchstal. Daher auch der Name Renarde. Justines Vater Jean ist aber bei der Herzoginmutter in Ungnade gefallen. Auf einem Ball am Hofe der damaligen Herzogin hatte er ein wenig zu viel des guten Toussainter Weins getrunken (sofern dies möglich ist). Beim Tanzen ist er der Herzogin leider auf die Schleppe getreten und verursachte so, dass sie sich vertanzte. Ein Fauxpas, der nicht zu verzeihen ist. Zu dem Zeitpunkt war Justine 7 Jahre alt. Der Vater wurde dann zu einer Haftstrafe und Zwangsarbeit verurteilt, was zur Folge hatte, dass der Landsitz und die Ländereien in die Verwaltung des Herzogtums übergingen. Justine und ihre Mutter Isabelle waren gezwungen sich Unterkunft in Beauclaire zu suchen. Gnadenvoller Weise wurde ihnen ein Teil des Vermögens gelassen. Trotzdem war der Name Renarde ab diesem Zeitpunkt negativ belegt.

So lebten die beiden zusammen in einem annehmbaren Haus in Beauclaire – abseits der adligen Gesellschaft. Zu gesellschaftlichen Veranstaltungen wurden sie in der Regel nie eingeladen. Dieser Zustand ging Isabelle sehr nahe, gerade mit dem Hintergrund, dass ihre Tochter nie das Leben führen würde, das sie geführt hatte. Und so kam ihr die Idee, ihre Tochter in die Knappschaft einer ehrenvollen Adelsfamilie zu geben, um ihr so die Rehabilitierung des Namens Renarde zu ermöglichen.

Ihre Wahl fiel dabei auf die berühmte Familie du Lac, deren Referenzen im Herzogtum legendär waren. Mit einem Brief bat Isabelle darum, ihre Tochter Justine in die Ausbildung zur Chevalière aufzunehmen. Viel Hoffnung, dass die Familie dies tatsächlich akzeptieren würde, hatte sie zu diesem Zeitpunkt nicht, aber irgendwo musste sie anfangen. Zu ihrer großen Überraschung willigte Ramon du Lac, der damals eingesetzte Graf, ein, ihre Tochter dem gerade frisch zum Chevalié geschlagenen Bruder Aramis zur Seite zu stellen. Trotzdem war sie sich unsicher, ob die Entscheidung gefallen war, um Aramis zu ärgern oder um Justine wirklich die Chance zu geben, den Namen Renarde wieder in ein gutes Licht zu rücken.

Justine war unglaublich dankbar dafür, dass sie unter den Fittichen der du Lacs die Ausbildung zur Chevalière antreten konnte und gab stets ihr Bestes. Schnell entwickelte sich eine Freundschaft zwischen ihr und Aramis. Sie begleitete ihn zu großen Turnieren und bekam dort die Möglichkeit, sich von ihrer besten Seite zu zeigen. Leider bewirkte der Name Renarde weiterhin, dass die großen Adelshäuser ihre Nasen über die Knappin rümpften. Aramis ermutigte sie aber immer wieder, die Hoffnung nicht zu verlieren und sich durch heldenhafte Taten zu beweisen.

So kam es, dass auf einer Expedition in die Nordlande der Tross des Chevaliés von Banditen überfallen wurde. Den Banditen gelang es, den Chevalié zu überwältigen und den Tross in die Flucht zu schlagen. Justine war auf dem Weg zurückgefallen, da sie einer älteren Dame geholfen hatte, einen Karren aus dem Matsch zu ziehen. Als sie aufschließen wollte, wurde sie durch den Kampflärm alarmiert und spornte ihr Pferd an. Als begnadete Reiterin schaffte sie es rechtzeitig am Tatort einzutreffen und einem der Banditen, der Aramis am Boden hielten, im vollen Galopp mit einem gezielten Hieb den Kopf abzuschlagen. Das gab Aramis die Chance, den anderen abzuschütteln und gemeinsam besiegten sie den Rest der Bande. Später stellte sich heraus, dass die Bande die umliegenden Dörfer schon seit Monaten terrorisierte und die Bewohner den beiden unendlich dankbar waren.

So vergingen einige Jahre und schließlich wurde auch Justine die Ehre zuteil, zur Chevalière geschlagen zu werden. Damit war auch klar, dass sie von nun an eigene Wege gehen musste. Erfahrung sammeln und gute Taten vollbringen. Sie verließ die du Lacs und zog als fahrende Chevalière durch die Lande. Jüngst erreichte sie die Nachricht, dass Aramis Bruder durch unglückliche Umstände der Titel des Grafen aberkannt wurde und gleichzeitig auch sein Leben verlor als Opfer des Biestes von Beauclaire. Durch die Gnade der Herzogin wurde es Aramis ermöglicht, den guten Namen du Lac durch die Bewältigung von 9×9 Heldentaten wiederherzustellen. Um ihren Schwertvater zu unterstützen und weiter an der Rehabilitierung des Namens Renarde zu arbeiten beschloss Justine Aramis bei der ein oder anderen Heldentat im Namen der Dame vom See zur Seite zu stehen.


Krätze

Krätze ist eine Bettlerin aus Novigrad auf Reisen. Sie ist eine Überlebenskünstlerin und zufällig in Aedirn auf Aramis und sein Gefolge getroffen, wo sie sich als äußerst nützlich herausgestellt hat. Deshalb trifft man sie häufiger im Lager der du Lacs.


Atheris
von Toussaint

In den weiten Landen von Toussaint in dem Dorf Avallach, wo das edle Blut der Grafen du Lac die Geschicke lenkt, ward einst ein unehelich‘ Kind geboren, Atheris genannt. Ein Sprössling aus der verbot’nen Liebe zwischen Graf Ramon und Amelie, einer Zofe von holdem Wesen. Sein Pfad führte ihn vom Hofe des Vaters fort, hin zu den Vatt’ghern, einer grimm’gen Bruderschaft, stark und geachtet.

In den Hallen des Wissens erfuhr er die Prüfungen, die eines Hexers würdig sind. Durchschritt er tapfer die Kräuterprobe, doch bei der Gesellenprüfung ging er verloren, vermischt mit den Schatten der Nacht. Doch das Schicksal ließ ihn nicht in Dunkelheit verharren. An der Akademie des Kastells Graupian ward er geläutert, seine Fähigkeiten erprobt. Seine Augen, von geheimnisvoller Art, verliehen ihm den Namen „Atheris“, denn er glich einer Buschviper, schlau und giftig.

Und so zog er weiter, zur stolzen Hauptstadt des Kaiserreichs. An der Militärakademie, wo tapf’re Krieger geschmiedet werden, fand er sein Zuhause. In der vierten Reiterarmee, unter dem Kommando des Generalleutnants Markus Braibant, focht er in den beiden nördlichen Kriegen. Die Schlacht von Sodden überstand er mit Mut und List, und auch das Blutbad bei Brenna überlebte er, das Kriegsgetümmel trotzend.

Das Schicksal jedoch hatte noch mehr für ihn bereit. Während des dritten Feldzuges in den Norden, auf den Pfaden des Krieges, traf er auf Großmeister der Greifenhexer Valerian, eine Gestalt von großer Macht. Nach der ersten Schlacht um Kaer Iwhaell, als die Hämmer der Schlacht verstummt‘, nahm Valerian ihn als seinen Lehrling auf, und so begann für Atheris ein neues Kapitel.

Seine Abenteuer führten ihn auch wieder in seine alte Heimat, wo er seiner Familie in der Not zur Seite stand. Nun ward Atheris du Lac genannt, im Familienstammbaum erkannt, ein Sohn des Grafen Ramon, anerkannt mit stolzer Pracht. Sein Halbbruder, Chevalier Aramis du Lac, teilte mit ihm das Blut, eine gute Beziehung, fest und stark wie eine Burgmauer. Gemeinsam kämpfen sie, Seite an Seite, in den Schlachten und Gefahren des Lebens, Verbundenheit als Brüder, die kein Sturm kann zerbrechen.

So zieht Atheris du Lac, Hexer und Krieger, durch die Lande. Sein Schwert gleißt im Sonnenlicht, seine Augen blicken kalt und wachsam. Ein Mann von Macht und Geheimnissen, mit dem Wissen der Alten und dem Mut der Vatt’ghern. Die Legenden werden von ihm erzählen, von seinen Heldentaten, in Liedern und Geschichten, die durch die Jahrhunderte hallen. Atheris du Lac, ein Name, der in den Annalen verewigt ist.


Reynek Tanner

Reynek ist der Sohn einer einfachen temerischen Waldarbeiter Familie und wuchs in Dreibirken, einer kleinen Siedlung in der Nähe der Hauptstadt Wyzima auf. Die Familie war nicht reich, konnte aber dennoch gut von der harten Arbeit im Wald leben.

Aufgewachsen mit den Gefahren der Wälder brachte sein Vater ihm schon früh vieles über die Jagd bei und Reynek erwies sich als sehr geschickt im Umgang mit dem Bogen. Diese Fähigkeit kam ihm sehr zugute, denn mehr als einmal vertrieb er wilde Hunde und Wölfe von den umliegenden Höfen und erlegte sogar einmal einen Guhl, was aber wohl eher daran lag dass dieser im morastigen Boden stecken blieb und daher sehr langsam war.

Als der Krieg mit Nilfgaard über die Lande hereinbrach, musste auch Reynek seinen Pflichten nachkommen und diente in der Armee von Temerien als Jäger und Kundschafter. Bei der Schlacht um Brenna, wo jeder Mann vonnöten war, diente er im Schützenregiment und überlebte wie so viele nur knapp das Ende der Schlacht, als seine Einheit von der Vrihedd Brigade überrannt wurde.

Als die Kämpfe vorüber waren und üble Kreaturen, angelockt von den vielen Leichen auf den Schlachtfeldern, die Gegend bevölkerten, schickte der König nach Jägersmannen, die die Lande vor den umherstreifenden Ungeheuern schützen sollten. Reynek zögerte nicht lange und nahm die Stelle an, schließlich wurde sie sehr gut bezahlt. Schwere Aufträgen vergab er gegen Bezahlung oft an Hexer, die in der Bekämpfung von Monstern doch um einiges fähiger waren, oder setzte ein Kopfgeld auf eben jene Ungeheuer aus, was schon den ein oder anderen übermütigen Recken das Leben kostete. So verging die Zeit und nach 5 Jahren im Dienst wurde Reynek ehrenvoll entlassen.

Der Konflikt mit Nilfgaard machte ein unbeschwertes Leben in seiner Heimat so gut wie unmöglich. Seine Eltern waren bereits weiter in den Norden nach Redanien gezogen um den Plünderungen und Unruhen zu entkommen die mittlerweile den halben Norden plagten. In die reguläre Armee zurück wollte er auf keinen Fall… Zu viel schlimmes hatte er erlebt, zu viele Freunde und Kameraden verloren.

Er wanderte ziellos durch die Welt, hielt sich mit diversen Gelegenheitsjobs über Wasser bis er eines Tages in Toussaint ankam. Dort traf er auf Aramis du Lac, einen Ritter von hoher Geburt und edlem Gemüt. Aramis erkannte das Potenzial in Reynek und bot ihm an, sein Bogenschütze zu werden.

Er zögerte zunächst, doch er spürte eine Verbindung zu Aramis. Er sah in ihm einen wahren Anführer und einen Freund. Er nahm an…


Damien Bucheron

Nachdem sein Vater bei einem Arbeitsunfall ums Leben kam, oblag es Damien alleine, für seine Mutter und kleine Schwester aufzukommen. Die normale Arbeit im Wald war aber als Einzelperson wenig ergiebig und auch zu gefährlich. Da erschien es Damien leichter, sich dem Verbrechen hinzugeben und er fing an, zu wildern. Das ging auch einige Jahre gut, bis der Chevalier du Lac ihn auf frischer Tat ertappte.

Noch um das Leben seiner Familie bettelnd, war Damien äußerst überrascht, dass man auch sein Leben verschonen würde. Als Sühne sollte er fortan als Jäger und Späher für den hohen Chevalier seinen Dienst tun.


Wilhelm
von Rabenfels

Willhelm wurde als vierter Sohn des Barons von Rabenfels geboren und wuchs sehr behütet auf dem heimischen Anwesen heran (Anmerkung: Rabenfels ist eine mittelgroße Baronie, welche östlich von Kadewen hinter den Blauen Bergen liegt).

Wie bei vielen adligen Kindern begann seine Ausbildung zum Ritter mit 7 Jahren. Ungewöhnlich war jedoch, dass sein Vater – wie schon bei seinen Brüdern – viel Geld in die Hand nahm um einen alten Hexer (Anmerkung: Vatt’ghern wurden vor Ewigkeiten von Magiern erschaffen um als Professionelle Monsterjäger die Welt der Menschen von Ungeheuern zu befreien) namens Oscar anzuheuern, der ihm die Grundlagen des Kampfes und des Überlebens in der Wildnis lehrte.

Der Hexer erwies sich als ein sehr harter Lehrmeister, der den jungen Wilhelm viel zu oft an seine körperlichen und geistigen Grenzen brachte. Immer wieder musste sich der Junge das Kredo des alten Mannes anhören:“ Wahre Kämpfer werden nur im Feuer geschmiedet und der Verstand muss dabei genauso geschärft sein, wie die Klinge die jener führt!“

Wilhelm hasste die langen Tage in der Bibliothek der Burg … Zahlen und Wörter … nein, die waren nie seins gewesen … mit der Klinge in der Hand, da fühlte er sich lebendig – liebte den Rausch des Adrenalins!

Im Alter von 13 Jahren, kurz bevor er als Knappe zu einem befreundeten Ritter gesendet werden sollte, hörte er des Nachts einen lieblichen Gesang aus dem Wald an sein Ohr dringen. Hätte er vielleicht bei seinen Studien besser aufgepasst, wäre ihm der Fehler in jener Nacht sicherlich nicht unterlaufen. Es war eine Bruxae, die leichtgläubigen Menschen in der Gestalt einer schönen Frau auflauerte … und auch Wilhelm hätte wohl zu ihren Opfern gezählt, wenn nicht der Hexer ihm gefolgt wäre um ihn im letzten Moment zu retten.

Zusammen mit seinem älteren Bruder Richard genoss er eine gute Knappen-Ausbildung unter der alten aber harten Hand des Ritters Wilfried von Wolfschlugen.

Nachdem Richard zum Rittergeschlagen wurde und Sir Wildfried in den letzten Jahren sehr abgebaut hatte, merkte Wilhelm dass ihm was fehlte. Ja, das Leben auf der kleinen Burg war angenehm, aber seine Ausbildung litt doch sehr unter der Abwesenheit seines Bruders. Es war also nicht verwunderlich, als ihm Richard eines Tages unterbreitete, dass er auf eine längere Reise in die nördlichen Königreiche gehen würde, sich Wilhelm kurz entschlossen ihm anschloss.

Über 8 Jahre reisten die beiden Brüder durch die Welt…Von Kovir im Norden bis an die nördlichen Grenzen des Imperiums im Süden. Sie setzten sogar mit einem Schiff auf die berüchtigten Skelliger Inseln im Westen über und verweilten dort länger, als ihnen lieb gewesen ist, bei einem alten Freund ihres Vaters. Eben jener Freund legte den beiden Brüdern nahe, nach all der Zeit bei ihrem alten Herrn vorbei zu schauen.

Zurück in der Heimat freute sich zwar ihr Vater seine beiden Söhne gesund wiederzusehen, war aber keines falls Glücklich darüber, dass Wilhelm seine Ausbildung abgebrochen hatte und als Edelknecht durch die Länder zog. Sein Vater war es gewesen, der ihn in das kleine Herzogtum Toussaint entsendete, welches mitten im kaiserlichen Imperium lag und dessen fahrende Ritter als die edelsten und ihres gleichen fast schon legendär waren.

Während eines Ehrenduells in der Arena von Beauclair, dem Sitz der Herzogin von Toussaint, sah er zum ersten Mal Sir Aramis du Lac um dessen Familienehre streiten. Nach dem Siegreichen Duell und der Wiederherstellung seiner Familienehre, wurde dem Ritter von der Herzogin die Quest auferlegt 7×7 Heldentaten zu vollbringen und als eben jener Sir Aramis anfing loyale Männer zusammen zu ziehen, um ihn zu begleiten, war Wilhelm unter den ersten, die sich ihm anschlossen.


Fabienne Céleste Asselin

„Du kannst dir deine Mitgift dorthin stecken wohin die Sonne nie scheint!“ brüllte Fabienne ihren Vater an, drehte sich um und stampfte Türen knallend aus dem Anwesen. Kurz ließ sie ihren Blick über den Hof schweifen, sog tief die warme Mittagsluft ein und stieß sie wütend wieder aus. Dann eilte sie über den sauberen, knirschenden Kies zu den Stallungen. Undamenhaft vor sich hin fluchend sattelte sie in aller Eile ihr Pferd. Von draußen hörte sie schon die Bediensteten und ihren Vater nach ihr rufen. Weiter vor sich hin schimpfend schwang sie sich auf den Rücken ihres Schimmels und trieb ihn zur Eile an. Er trabte aus dem Stall, rannte einen Diener um und Fabienne gab dem Pferd die Sporen. Im gestreckten Galopp preschte sie durch den Hof, die Anfahrt entlang und weg von ihrem Familiensitz. Eine Weile verfolgten sie die Schreie ihres Vaters noch. Sie ließ ihr Pferd laufen bis es nicht mehr konnte, dann suchte sie sich eine Unterkunft für die Nacht. Verwöhnt von einem Leben in dem es einem an nichts mangelte, nahm sie sich das beste Zimmer in einer Gastwirtschaft in einem kleinen Dorf.

Später in ihrem Leben fragte sie sich öfter wie sie nur so dumm hatte sein können, denn diese Nacht war kurz, sehr kurz. Sie hatte sich gerade zum Schlafen hingelegt, da hörte sie schwere Stiefel nach oben kommen und einen Augenblick später jemanden mit der Faust an die Tür hämmern.

„Mädchen, mach auf!“ befahl eine raue Männerstimme.

Fabienne wartete nicht lange, sie sprang aus dem Bett und riss das Fenster auf, unter ihr ein Vordach.

„Mach auf!“ donnerte es noch einmal von hinten, dann trat jemand gegen die Tür. Fabienne lies sich vom Fenster hinunter, rutschte auf dem Vordach aus und fiel in den Matsch der Straße.

„Heute muss mein Glückstag sein, es regnet Frauen!“ eine nicht unfreundliche Stimme zeichnete Entsetzen in Fabiennes Gesicht. Sie sah auf und sah einem graubärtigen Mann ins Gesicht. Er reichte ihr eine gepanzerte Hand. Sie musterte erst die Hand dann den gut gerüsteten Arm und dann den Rest, der in einer glänzenden Ritterrüstung steckte. Den Helm hatte er unter den linken Arm geklemmt, ein Schwert hing an seiner Seite und ein Wappen. Fabiennes Blick blieb auf dem Wappen hängen, dann sah sie wieder dem Mann ins Gesicht.

„Hat Euch mein Vater geschickt?“ fragte sie und konnte die Wut in ihrer Stimme kaum verbergen. Der Ritter hielt ihr geduldig die Hand weiterhin hin.

„Einzig und allein schickt mich die göttliche Maid.“

Aus der Wirtschaft drangen wütende Stimmen und Getrampel, der Ritter stand ungerührt weiterhin in der Tür, die Hand ausgestreckt. Fabienne überlegte noch einmal kurz, dann lies sie sich aufhelfen.

„Da draußen ist sie!“ kam es von innen. „Geh mir aus dem Weg, Ritter.“ Blaffte die raue Stimme. „Die Kleine kommt mit uns!“

Langsam drehte sich der Ritter um und machte einen Schritt in den Schankraum. Stille folgte. Ein weiterer schwerer Schritt und das eiserne Reiben der Rüstung waren zu hören.

„Wenn die Herrschaften ein Problem mit mir haben,“ sagte er ruhig, „dann können wir das gerne draußen ausdiskutieren.“

Er machte einen Schritt zur Seite und gab die Tür frei, mit einer eleganten Handbewegung deutete er zur Straße hinaus. Fabienne duckte sich in den Schatten der Hauswand, sie wagte es nicht sich zu rühren.

„Wenn nicht“, fuhr er nach einer wortlosen Pause fort, „dann geht jetzt wohl jeder besser seiner Wege. Aber die Frau bleibt hier!“ schloss er mit einer Endgültigkeit in seiner Stimme, die die beiden Häscher einen Blick wechseln und sie fluchtartig das Gebäude verlassen ließ. Am Tor drehte sich einer der beiden noch einmal um.

„Wir kriegen dich Fabienne, du kannst dich nicht ewig hinter dem Blechmann verstecken!“

Fabienne versuchte sich den Dreck von ihrem Nachthemd zu wischen. Erfolglos starrte sie auf ihre dreckigen Hände, während der Ritter auf sie zu trat.

„Mademoiselle Fabienne, richtig? Holt Eure Habseligkeiten, hier werdet Ihr keine Ruhe haben.“ Fabienne nickte nur, sie wusste nicht was sie tun sollte, aber eins wusste sie genau, zu ihrem Vater wollte sie nicht zurück. Als die Pferde gesattelt waren und sie eine Zeit lang schweigend nebeneinander her geritten waren, sah der Ritter sie an.

„Nun erzählt mir, warum diese Männer hinter Euch her waren?“

Wieder verging die Zeit schweigend, doch der Ritter harkte nicht nach. Fabienne seufzte, dann brach es aus ihr hervor, Verzweiflung in der Stimme.

„Ich will diesen Arsch von Gutsbesitzer nicht heiraten, mir ist es scheiß egal, dass mein Vater dadurch sein Land nicht mehrt. Ich will diesen verdammten, stinkenden Ghul nicht… der ist alles andere als attraktiv, er ist alt und hat schon zwei Frauen verbraucht, ein grober, verrohter, alter Klotz. Das blanke Gegenteil von Ritterlichkeit.“

Sie schielte zu ihrem Retter.

„Und Ihr? Wer seid Ihr?“

Er sah sie an.

„Ich bin Alain L’ainé, Fahrender Ritter und wenn du willst kannst du erst mal mit mir kommen.“

Das war vor 15 Jahren. Alain hat mich zum Knappen genommen und dann habe ich den Ritterschlag erhalten. Jetzt ziehe ich mit ihm durch Toussaint und helfen dort wo Hilfe benötigt wird, so wie es die Herrin vom See uns alle lehrt. Ehre, Mut, Weisheit, Mildtätigkeit und Großzügigkeit. Die fünf Tugenden nach denen sich jeder Ritter zu richten hat. Aber warum eigentlich nur Ritter, sollte sich nicht jeder daran richten? Wäre die Welt dann nicht ein besserer Ort? Ich auf jeden Fall werde mich an die Tugenden der Herrin halten und versuchen sie in die Welt hinaus zu tragen.

Aber eines Tages war es so weit, dass sich aus meinem beschaulichen, wunderbaren Toussaint in die große weite Welt hinaus musste

„Fabienne“, meinte Alain mit seinem freundlichen Lächeln und ruhigem Ton, den ich so lieb gewonnen hatte. „Ich habe einen Auftrag für Euch. Zum einen gibt es etwas das Ihr für mich ergründen müsst. Es ist mir zu Ohren gekommen, dass ein gewisser Chevalier Aramis du Lac mit Gefolge angeblich eine Begegnung mit der Herrin vom See hatte, finde heraus ob dem so war und wie genau es von Statten ging. Ich möchte wissen ob es war ist, ob es möglich ist unserer gütigen Herrin zu begegnen,“ ein Feuer flammte in seinen Augen auf, war es doch sein größter Wunsch selbst dieser wunderbaren Göttin zu begegnen. „Zum anderen habe ich mitbekommen, dass diese Gruppe immer Leute sucht die den Chevalier in seinem Bestreben 7×7 Heldentaten zu vollbringen unterstützt. Ich denke, dass Ihr, liebe Fabienne, genau die Richtige dafür seid. Ich bin zu alt dafür, aber du bist längst bereit hinaus zu ziehen. Noch heute werdet Ihr Euch auf den Weg machen um Euch dem Chevalier anzuschließen.“

Ich kann es immer noch nicht fassen. Ich, ausgerechnet ich auf Reisen, ich mochte diese Unannehmlichkeiten noch nie.


Élodie Alysea Moreau

Als jüngste der Moreau-Geschwister wuchs sie wie ihre Geschwister in Avallach auf.

Ihren ältesten Bruder Jaques sah sie früher kaum, was wohl an dem Unmut zwischen ihm und dem Rest der Familie lag.

Schon in jungen Jahren lag es in ihrer Natur anderen zu helfen und so entschied sie sich Ärztin zu werden und nachdem sie alle ihre Ersparnisse zusammengekratzt hatte, ging sie an die Akademie von Oxenfurt.

Dort blieb sie jedoch nur ein Jahr, ehe sie an die Kaiserliche Akademie von Nilfgaard wechselte, allein schon um wieder näher bei ihrer Familie zu sein, so wirklich lag ihr das reisen und von zuhause fort sein gar nicht.

Nach ein paar Jahren und fast kurz vor ihrem Ziel musste sie ihren Platz in der Akademie verlassen und wurde als Feldscher zu den Grenzscharmützeln eingezogen um diese zu unterstützen.
Sie merkte schnell dass das Leben als Feldscher ganz anders war als das Leben das sie sich als Ärztin vorgestellt hatte.

Nach dem sie ihren unfreiwilligen Dienst beendet hatte, entschied sie sich vorerst zurück nach Avallach zu gehen, um dort festzustellen, das alles irgendwie anders war.

Dennoch folgte sie ihrem ältesten Bruder in die Dienste von Chevalier Du Lac als Feldscherin und fand sich bald auch schon auf ihrem ersten Feldzug wieder.


Henri Bernard

Einst als einfacher Soldat auf der Grenzfeste Vedette eingesetzt, machte sich Henri Bernard – wie er genannt wird – schnell einen Namen im Kampf gegen Banditen, die immer wieder die  Bergpass Region überfallen.

In dieser Tätigkeit lernte er auch Chevalier Aramis du Lac kennen, als dieser die Feste besuchte und focht an dessen Seite ein Scharmützel in der Passregion aus.

Da er in den darauffolgenden Jahren immer wieder seine Führungsstärke bewieß, wurde aus dem einfachen Soldaten schließlich der Hauptmann der zweiten Garde von Vedette und aus Henri wurde eine regionale Legende – der Falke von Cervantes.

Doch genau dies sollte Henri Bernard in eines seiner dunkelsten Erlebnisse führen, die Schlacht um Brenna. Was ihn jedoch wieder mit Aramis du Lac zusammenführte und eine Freundschaft entstand.

Schließlich kam das Ende seiner Dienstzeit, die er noch auf der Bergfeste Cervantès erleben durfte und Henri machte sich auf den Weg in sein Heimatdorf, um sich dort ein neues, friedlicheres Leben aufzubauen. Doch das Schicksal hatte etwas anderes mit ihm vor.

Chevalier Aramis du Lac, der überraschend das Erbe seines Bruders übernommen hatte und sein Gefolge neu ordnete, forderte seinen alten Freund  Capitaine Henri „Le Faucon de Cervantès“ Bernard an, um die Führung und Ausbildung der Soldaten des zukünftigen Grafen zu übernehmen! Und so fand erneut Schwert und Schild zu Henri zurück.

Doch diesesmal rief der Große Kontinent nach ihm.Für Toussaint! Für die Herzogin! Für du Lac!